Trotz eines etwas holperigen Starts erwartet das Handwerk für das laufende Jahr ein leichtes Umsatzplus. "Insgesamt bleibt die Grundstimmung im Handwerk positiv", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke zur jüngsten Konjunkturumfrage im Handwerk. Einbußen hatten vor allem das Kfz-Handwerk und die Baubranche verzeichnet.
Karin Birk

80 Prozent (Vorjahreszeitraum: 86 Prozent) der Geschäftsinhaber seien mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden, 88 (90) Prozent erwarteten ab dem Frühjahr gute oder zufriedenstellende Geschäfte. Insgesamt rechnet der Verband nicht zuletzt wegen der insgesamt stabilen Binnennachfrage für das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von 0,5 bis 1,0 Prozent und einer stabilen Beschäftigung.
Im abgelaufenen Jahr war der Umsatz nach einem sehr starken Plus von sieben Prozent im Jahr 2011 um drei Prozent zurückgegangen.
Bautätigkeiten deutlich zurückgefahren
Laut Umfrage sind alle Gewerke angesichts des langen Winters und der schwächeren Nachfrage aus dem Euro-Raum schwächer ins neue Jahr gestartet. So musste das Bauhauptgewerbe die Bautätigkeiten im Vergleich zu den beiden relativ milden Vorjahreswintern deutlich zurückfahren. Die Ausbauhandwerke waren dagegen weniger betroffen. Einen Dämpfer hat die Handwerkswirtschaft auch durch die schwäche Investitionsnachfrage sowie eine deutlich schwächere Nachfrage im Kfz-Handwerk bekommen.
Dagegen ist die Lage bei den Lebensmittelhandwerken stabil geblieben. Im Gesundheitshandwerk ist das Geschäft bei orthopädischen Gewerken und Hörgeräteakkustikern positiv bei Zahntechnikern und Augenoptikern dagegen eher schwächer ausgefallen.
Warnung vor Vermögenssteuer
Von der Politik erwartet Schwannecke vor allem mehr Verlässlichkeit und Unterstützung: "Die Politik darf jetzt keine Eigentore schießen", sagte er. Vielmehr müsse sie für stabile Steuern und Abgaben sowie eine wirksame Begrenzung des Strompreisanstieges sorgen.
Angesichts der Wahlprogramme der Opposition warnte er erneut vor der Einführung einer Vermögensabgabe oder Vermögenssteuer oder einer Verschärfung der Erbschaftssteuer. Auch dürften die Sozialversicherungsbeiträge nicht weiter in die Höhe getrieben werden, sagte er mit Blick auf den Vorschlag der Grünen, die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung zu erhöhen.