Die Geschäftslage im Handwerk ist weiterhin gut. Wie die Wirtschaftsforscher von Creditreform in einer aktuellen Befragung herausfanden, bewertet mehr als die Hälfte der Betriebe (56,4 Prozent) die Geschäftslage mit gut oder sehr gut. Besonders optimistisch sind das Ausbaugewerbe und die personenbezogenen Dienstleistungen, wie die Zahntechniker.

Lediglich 3,4 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen die Geschäftslage als mangelhaft oder ungenügend. Besonders positiv gestimmt ist das Ausbaugewerbe, gefolgt von den personenbezogenen Dienstleistungen. Leicht verschlechtert hat sich laut Untersuchung die Stimmung im Bauhauptgewerbe und im Nahrungsmittelhandwerk. Gleichwohl bleibe das Bauhandwerk insgesamt ein Treiber der Handwerkskonjunktur. Deutlich verschlechtert hat sich die Geschäftslage im Kfz-Gewerbe. Hier hält nur noch ein Drittel die Geschäftslage für gut oder sehr gut (35,7 Prozent). Im vergangenen Jahr waren es noch 49,3 Prozent gewesen.
Umsatzentwicklung
Die gebremste Konjunkturdynamik wirkt sich am deutlichsten in der Umsatzentwicklung des Handwerks aus. Trotzdem geben immer noch 26,9 Prozent der befragten Betriebe steigende Umsätze an. Bei der Mehrheit (55,3 Prozent) sind die Umsätze stabil. Während die Umsatzentwicklung bei den personenbezogenen Dienstleistungen über dem Durchschnitt liegt (32,8 Prozent), befindet sich das Kfz-Gewerbe deutlich darunter (19,9 Prozent). Hier mussten 26,6 Prozent der Betriebe sogar einen Umsatzrückgang hinnehmen.
28,6 Prozent der Betriebe rechnen auch 2013 mit steigenden Umsätzen. Die große Mehrheit (60 Prozent) glaubt an Stabilität. So blickt das Handwerk laut Studie zuversichtlich in die Zukunft. Insbesondere das Nahrungsmittelhandwerk und die personenbezogenen Dienstleistungen erwarten in den kommenden Monaten steigende Umsätze.
Steigende Kosten, etwa für Energie, will jeder zweite Handwerksbetrieb an seine Kunden weitergeben und die Preise anheben (45 Prozent).
Personalentwicklung
Positiv verläuft die Personalentwicklung in deutschen Handwerksbetrieben. Im dritten Jahr in Folge nimmt die Anzahl der Beschäftigten zu. In diesem Jahr um 12,3 Prozent nach 14,2 Prozent im vergangenen Jahr. Leider folgt auch hier das Kfz-Gewerbe dem Trend nicht. Nur 17 Prozent der Betriebe hat beim Personal zugelegt, 20,7 Prozent hingegen haben Personal abgebaut.
Etwa jeder sechste Betrieb will Personal in naher Zukunft aufstocken (16,7 Prozent), sechs Prozent wollen Personal abbauen, beim Rest bleibt die Mitarbeiterzahl stabil (75,9 Prozent).
Investitionen
Die Lust zu investieren, hat sich im Handwerk nach zwei sehr intensiven Jahren wieder normalisiert. Fast jedes zweite Unternehmen, so das Ergebnis der Befragung, ist zu Investitionen bereit (49,5 Prozent).
Die größte Investitionsbereitschaft zeigt das Nahrungsmittelhandwerk mit 68,6 Prozent. Am wenigsten will das Kfz-Handwerk investieren (38,6 Prozent).
Liquidität
Die Wirtschaftsforscher befürchten, dass sich durch die Pläne der EU-Kommission, die Zahlungsfristen zu vereinheitlichen, die Liquiditätslage des Handwerks verschlechtert. Für Betriebe, die sofortige Zahlung verlangen oder kurze Fristen ansetzen, könnte die geplante, einheitliche 30-Tage-Frist problematisch werden.
Positiv ist hervorzuheben, dass die Handwerksbetriebe mit der Zahlungsweise öffentlicher Auftraggeber zufriedener sind als vor einem Jahr. 73,6 Prozent gaben an, dass die Rechnung innerhalb von 30 Tagen beglichen wurde.
Auch gibt es zunehmend mehr Eigenkapital im Handwerk. Doch sind die Wirtschaftsforscher von Creditreform noch nicht zufrieden, da nur 19,8 Prozent der Betriebe über mehr als 30 Prozent Eigenkapitalquote verfügen. dan