Die Realeinkommen in Deutschland sind gestiegen. Deutschlands Arbeitnehmer hatten somit 2012 im Gegensatz zum Vorjahr etwas mehr Geld im Portemonnaie. Im Jahr 2011 hatte die Inflation die Lohnsteigerungen noch vollständig geschluckt. Nun verzeichnen die Statistiker einen kleinen Anstieg.

Sowohl in den tarifgebundenen Branchen als auch bei den Tarifgehältern sind die Löhne im vergangenen Jahr gestiegen. So verzeichnete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung insgesamt dank höherer Lohnabschlüsse ein Tarifplus von durchschnittlich 2,7 Prozent. Bei den Effektivlöhnen, die auch für nicht tarifgebundene Arbeitnehmer gelten und den tatsächlich ausgezahlten Lohn bezeichnen, lag 2012 das Plus bei 2,6 Prozent.
Da die Verbraucherpreise im Jahresschnitt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent aufweisen, bleibt damit unter dem Strich ein Plus von 0,7 bzw. 0,6 Prozent im Geldbeutel der Verbraucher. 2011 hatte eine noch viel höhere Inflation den Zuwachs bei den Löhnen in vielen Branchen aufgezehrt.
Auch Azubis im Handwerk verdienen mehr
Die Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute gehen nach der Konjunkturschwäche im Winter von steigendem Wachstum im Laufe des Jahres aus. Vor diesem Hintergrund und angesichts des krisenhaften Umfeldes in vielen europäischen Ländern komme einer dauerhaften Stärkung der Binnennachfrage gerade in Deutschland aktuell eine besondere Bedeutung zu, erklären die Wirtschaftsforscher.
Gestiegen sind aber nicht nur die Realeinkommen insgesamt, sondern auch die Löhne für Auszubildende. Sie erhielten im vergangenen Jahr bundesweit eine um mehr als vier Prozent gestiegen Vergütung. Damit verdienten Azubis im Handwerk durchschnittlich 730 Euro brutto im Monat. dhz/dapd