Lange wird die leichte Konjunkturabschwächung in Deutschland nach Ansicht führender Wirtschaftsforscher nicht mehr anhalten. Im gesamten Euroraum zeigen sich ihrer Ansicht nach Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung, so dass es ab der Jahresmitte 2013 wieder bergauf geht.
Prognose DIWDie Wirtschaft nimmt wieder an Fahrt auf, prognostizieren sowohl die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) als auch das Münchner Ifo-Institut und die Statistikämter Insee aus Frankreich und Istat aus Italien. So wird Deutschland aus Sicht des DIW trotz des Dämpfers durch die europäische Krise schnell wieder an Fahrt gewinnen und ab Mitte des Jahres könne sich die gesamte Eurozone wieder auf eine positivere Wirtschaftsentwicklung vorbereiten.
Steigende Nachfrage nach deutschen Exportgütern
"Die gebremste Dynamik hält nicht lange an", erklärte das DIW am Mittwoch in Berlin. Schon in diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 0,9 Prozent zulegen. 2014 sei ein Plus von mehr als zwei Prozent möglich.
Dabei erwarten die DIW-Ökonomen für 2013 eine steigende Nachfrage nach deutschen Exportgütern im Zuge einer anziehenden Weltkonjunktur sowie einen wachsenden privaten Konsum durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Für 2012 rechnet das Institut wegen der schwachen zweiten Jahreshälfte mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,8 Prozent.
Zuversicht für 2013
In der kriselnden Eurozone wird nach Ansicht der Forschungsinstitute auch die Rezession bis zur Jahresmitte 2013 kein starkes Thema mehr sein. Im ersten Vierteljahr dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion stagnieren und im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zulegen, erklärten das Münchner Ifo-Institut sowie die Statistikämter Insee aus Frankreich und Istat aus Italien gemeinsam in einer am Mittwoch veröffentlichten Prognose.
Für das Schlussquartal 2012 erwarten die Ökonomen aber für die Wirtschaft des Euroraums noch ein Minus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Als Grund für die noch eher schlechte Einschätzung nannten sie einen Einbruch der Industrieproduktion und aktuelle Befragungen bei Unternehmen.
Die Zuversicht für 2013 begründen die Ökonomen mit einer verbesserten Auslandsnachfrage, vor allem dank der stärkeren Expansion aufstrebender Volkswirtschaften etwa in Asien. Zudem dürfte mit der Einigung im US-Haushaltsstreit die konjunkturelle Erholung in den Vereinigten Staaten andauern, erklärten die drei Institute. jtw/dapd
