Das Handwerk rechnet trotz Umsatzeinbrüchen in einzelnen Branchen im nächsten Jahr wieder mit einem leichten Wachstum. Die Zahl der Beschäftigten dürfte weitgehend stabil bleiben. Zu den Risiken zählt ZDH-Präsident Otto Kentzler die Absatzkrise in der Autoindustrie, die sich auch auf das Handwerk auswirkt.

In diesem Jahr hat das Handwerk mit seinen rund fünf Millionen Beschäftigten wahrscheinlich ein leichtes Minus eingefahren. Aber: "Die Stimmung ist ausgesprochen gut", sagte Kentzler der Deutschen Presse-Agentur.
Kentzler führt das Umsatzminus vor allem auf den rückläufigen Kfz-Absatz, auf die schwache öffentliche Baunachfrage und Sonderfaktoren wie den Preisverfall bei Solaranlagen zurück.
Kentzler: "Der Materialwert hat sich halbiert und damit verringert sich der Umsatz – bei gleichbleibender handwerklicher Arbeitsleistung."
Absatzprobleme auf dem Kfz-Markt
Größere Gefahren für den Arbeitsmarkt sieht Kentzler im nächsten Jahr nicht - weder im Handwerk noch in der Wirtschaft insgesamt. "Wir sind so gut aufgestellt, auch mit unseren Arbeits- und Stückkosten, dass wir auch im nächsten Jahr es wieder schaffen, die Beschäftigung zu halten", sagte er.
Für das Handwerk gelte: "Wenn wir die Mitarbeiter halten, während der Umsatz leicht runtergeht, dann ist das keine Katastrophe."
Schwer abschätzbar sind laut Kentzler die Absatzprobleme auf dem inländischen Kraftfahrzeugmarkt, aber auch im europäischen Ausland. Das betreffe das Kfz-Handwerk genauso wie die Zulieferbetriebe, sagte Kentzler. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für das Handwerk seien die Energiepreise.
Für Frauen wird das Handwerk nach Einschätzung Kentzlers immer attraktiver. Dies zeige sich auch an der wachsenden Zahl weiblicher Führungskräfte: "Inzwischen kommen über 20 Prozent der Meisterabschlüsse und 25 Prozent der Neugründungen von Frauen."
Grund dafür sei auch die Familienfreundlichkeit vieler Betriebe, die sich unter anderem in einer hohen Teilzeitquote und flexiblen Arbeitszeitmodellen zeige. "Handwerksfirmen sind geborene Familienunternehmen. Familie ist für uns noch ein hohes Gut." dpa