Ölpreis bremst Wachstum Aufschwung fängt an zu schwächeln

Die hohen Ölpreise machen sich mittlerweile negativ bei den Aufträgen bemerkbar und zwar in der gesamten Euro-Zone. Auch der Geschäftsklimaindikator im Bauhauptgewerbe ist gesunken. Die Branche ist mittlerweile weniger zuversichtlich als noch vor einem Monat. Wegen der schwachen Wirtschaft rechnet die Förderbank KfW auch mit einem Rückgang der Investitionen – jedoch auf einem hohen Niveau.

In der Euro-Zone schwächelt die Industrie: Der Einkaufsmanagerindex des deutschen verarbeitenden Gewerbes ist im März überraschend gesunken. Aufgrund rückläufiger Auftragseingänge fiel er von 50,2 Punkten im Februar auf 48,1 Punkte, wie der Londoner Datendienstleister Markit Economics mitteilte.

Der Index lag damit auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten und unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Volkswirte hatten im Mittel dagegen einen Anstieg prognostiziert. Der Index für den Servicesektor ging im März ebenfalls zurück.

Die Produktion wurde erstmals seit Dezember wieder zurückgefahren. Auch die Aufträge gingen zurück - und zwar sowohl in der Konsum- als auch in der Vorleistungs- und Investitionsgüterbranche, berichtet das Handelsblatt. Markit führe das auf die wegen der hohen Ölpreise stark gestiegenen Kosten zurück.

Auch der ifo Geschäftsklimaindex deutet darauf hin, dass der Schwung nachlässt. Im Verarbeitenden Gewerbe habe sich das Geschäftsklima nach zwei Anstiegen in Folge leicht eingetrübt.

Geschäftsklima in der Baubranche gesunken

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator gesunken. Die Bauunternehmer berichten zwar von einer etwas günstigeren Geschäftslage als im Vormonat. Jedoch sind sie für die nächsten sechs Monate weniger zuversichtlich.

Die Investitionen deutscher Firmen werden nach Einschätzung der staatlichen Förderbank KfW wegen der schwachen Wirtschaft im Euroraum 2012 zudem deutlich geringer steigen als im Vorjahr. Nach einem Plus von 7,5 Prozent in 2011 werde der Zuwachs im laufenden Jahr auf 3,1 Prozent zurückgehen. Hauptgrund sei der Einfluss der Rezession im Euroraum auf die Konjunktur.

"Der Investitionsmotor stottert, aber er würgt nicht ab", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Ein Wachstum von 3,1 Prozent im Jahresvergleich sei für einen Abschwung ein "ordentlicher Wert". dhz/dapd