Jahrelang stützte der Export die deutsche Wirtschaft, jetzt gewinnen die Privathaushalte an Gewicht. Die Arbeitnehmer konsumieren wieder, denn immer mehr Menschen haben Arbeit und Sparen lohnt sich anscheinend kaum noch.
Die europäische Schuldenkrise kann dem deutschen Arbeitsmarkt nichts anhaben, analysiert das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Zwar ist der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt gebremst, doch die gesamtwirtschaftliche Lage wird besser.
Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt nach Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung robust. Mit 41,55 Millionen Erwerbstätigen sind so viele Menschen beschäftigt wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr auf 2,84 Millionen zurückgehen. Gleichzeitig steht Arbeitgebern auch ein größeres Angebot an Fachkräften zur Verfügung. Das Potenzial an Arbeitnehmern wird sich in diesem Jahr laut der Schätzung um 40.000 Personen erhöhen. Dazu zählen vor allem zugewanderte und ältere Arbeitskräfte.
Die positive Lage auf dem Arbeitsmarkt lässt auch die privaten Konsumausgaben steigen. Da die Zinsen zurzeit niedrig sind, lohnt sich das Sparen kaum. Vor dem Hintergrund der Eurokrise ist die Ausgabenfreudigkeit der Arbeitnehmer dieses Jahr eine tragende Stütze der Wirtschaft. Noch Ende 2011 ging zwar das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zurück, doch diese Schwäche wird nach Einschätzung des IAB überwunden.
Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg trübt sich der Konsumklimaindex für April lediglich geringfügig um 0,1 Punkte ein. "Auch wenn sich das Konsumklima angesichts stärkerer Preissteigerungen leicht eingetrübt hat, bleiben die deutschen Verbraucher grundsätzlich in Kauflaune. Der private Konsum wird auch künftig die deutsche Konjunktur stützen. Vor allem die anhaltenden Erfolge auf dem Arbeitsmarkt stärken das Verbrauchervertrauen", sagt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. dhz