Konjunktur Rolle des Auslands wird überschätzt

Die deutschen Unternehmen investieren kräftig und das kommt auch der Konjunktur zugute. Die Exporte hätten das deutsche Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren längst nicht so stark getragen wie manche vermuten. Viel entscheidender ist nach Meinung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (iw) die Inlandsnachfrage nach Investitions- und Konsumgütern.

Die Importe legten in den vergangenen Jahren stärker zu als die Exporte. - © MH - Fotolia

Die Importe legten nach Angaben des Instituts stärker zu als die Exporte: Zwar seien die hiesigen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen von 2002 bis 2011 um 69 Prozent auf 1.289 Milliarden Euro gestiegen, gleichzeitig aber legten die Importe sogar noch stärker zu, nämlich um 74 Prozent auf 1.158 Milliarden Euro. Deutschland hat damit mehr im Ausland gekauft als je zuvor.

Der Exportüberschuss war im Jahr 2010 nur für ungefähr 40 Prozent und 2011 lediglich für gut ein Viertel des Wirtschaftswachstums verantwortlich. Die Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln rechnen sogar damit, dass der Außenhandel die deutsche Wirtschaft eher bremsen wird.

Investitionen der Unternehmen stützen großen Teil der Konjunktur

Der größte Teil der Wachstums­impulse für die deutsche Wirtschaft stamme demnach aus inländischen Quellen. Dabei spiele auch der Konsum eine wichtige Rolle – sein Wachstumsbeitrag betrug in den vergangenen sechs Jahren im Durchschnitt 0,8 Prozentpunkte.

Noch bedeutsamer für die Konjunktur seien allerdings die Unternehmen: Ihre Investitionen in Ausrüstungen, Vorräte und Bauten steuerten zwischen 2006 und 2011 im Durchschnitt bei 1,2 Prozentpunkte zum realen BIP-Wachstum bei. Lediglich im Krisenjahr 2009 sei das nicht der Fall gewesen. Damit hatten die Investitionen in diesem Zeitraum laut den Fachleuten des iw Köln eine größere Bedeutung für das deutsche Wachstum als der gesamte Außenhandel. rh