Schattenwirtschaftsprognose 2012 Weiterer Rückgang der Schwarzarbeit erwartet

Nach Schätzungen von Experten wird sich der Umfang der Schattenwirtschaft 2012 weiter reduzieren, allerdings langsamerer als noch 2010 und 2011. Grund dafür seien die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum. Im OECD-Vergleich liegt Deutschland auf einem mittleren Platz.

Die Schattenwirtschaft in Deutschland geht weiter zurück. - © Peter Kögler (fotolia)

Die Erkenntnisse folgen aus Modellschätzungen des Experten für Schattenwirtschaft Friedrich Schneider von der Universität Linz zusammen mit dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen. Sie gehen davon aus, dass die inoffizielle Wirtschaft 2012 um rund 1,6 Milliarden Euro auf knapp 343 Milliarden Euro zurückgehen wird.

Im vergangenen Jahr machte die Schattenwirtschaft 13,5 Prozent des offiziellen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland aus. Für 2012 wird mit 13,4 Prozent gerechnet.

Gesunkene Rentenbeiträge verringern Schwarzarbeit

Der Rückgang ist eine Folge des positiven Wirtschaftswachstums, das nach aktuellen Prognosen 0,9 Prozent betragen wird. Auch die positive Situation auf dem Arbeitsmarkt trägt dazu bei: Experten rechnen mit 2,85 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt.

Zusätzlich vermindert die Beitragssenkung in der gesetzlichen Rentenversicherung von 19,9 auf 19,6 Prozent den Anreiz, zur Umgehung von Sozialversicherungsbeiträgen in die Schwarzarbeit auszuweichen. Nach den Modellergebnissen führt aber allein der Mindestlohn in der Zeitarbeit, der ab 1. Januar gilt, zu einem Anstieg der Schattenwirtschaft um 300 Millionen Euro.

Weniger Schattenwirtschaft in der Schweiz und den USA

Mit dem Rückgang setzt sich ein Trend fort, der seit der Wirtschaftskrise 2009 besteht. Die erwartete Reduzierung für 2012 ist im Vergleich weniger stark als in den Vorjahren.

Mit dem Niveau seiner Schattenwirtschaft im Vergleich zum offiziellen BIP liegt Deutschland im Vergleich der OECD-Länder im Mittelfeld. Spitzenreiter sind die südeuropäischen Länder Griechenland, Italien und Portugal, auch die skandinavischen Länder liegen vor Deutschland. Die im Vergleich kleinste inoffizielle Wirtschaft haben Österreich, die Schweiz und die USA. dhz