Die Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass die Glühlampe nach und nach verschwindet und durch Energiesparlampen ersetzt wird. Am 1. September 2011 ist Stichtag für die 60-Watt-Glühlampe. Stiftung Warentest hat die Alternativen getestet.
60-Watt-Glühlampen verschwinden vom Markt
Vom 1. September 2011 an dürfen die Hersteller keine 60-Watt-Glühlampen mehr in den Handel verkaufen. Nur die Restbestände in den Läden werden noch an Mann und Frau gebracht, danach ist Schluss für die gute, alte Glühbirne. Vor zwei Jahren wurde schon der 100-Watt-Lampe der Garaus gemacht, vergangenes Jahr war die "75er" dran. So will es das EU-Gesetz.
Stattdessen sollen energiesparende Lampen –LED-Leuchten, Kompaktleuchtstofflampen oder Halogenglühlampen – die Stromeffizienz im eigenen Haushalt und in der Firma fördern. Der Stromverbrauch bei den "Neuen" ist nach Angaben des Umweltbundesamtes um bis zu 75 Prozent geringer. Auch haben sie eine deutlich längere Lebensdauer als jene Innovation Thomas Edisons vor 130 Jahren.
Die Stiftung Warentest hat nun die neuen Leuchtmöglichkeiten genauer unter die Lupe genommen. Nach viel Kritik in den vergangenen Jahren gab es jetzt endlich mal positive Bewertungen, etwa die Note "sehr gut" für zwei LED-Lampen, in denen Dioden leuchten. Die „Osram Parathom Pro“ und die „Philips MyAmbiance“ sind mit 40 bis 45 Euro aber nicht gerade preiswert. Allerdings hat man nach vierjährigem Einsatz das Geld wieder herausgeholt. Zudem sind die Farbwiedergabe und die schnell erreichte Helligkeit deutlich verbessert worden – Punkte, die die Verbraucher immer wieder eingefordert hatten.
Kompaktleuchtstofflampen, eine Art Neonröhre im Mini-Format mit Gewinde, sind das, was wir gewöhnlich als „Energiesparlampe“ bezeichnen. Sie sind preiswerter und von Stiftung Warentest immerhin meist mit "gut" bewertet worden, so die Produkte von Osram, Hagebaumarkt, Philips und Conrad. Sie schlagen mit rund 7 Euro zu Buche, nur ein Sechstel also der LED-Lampe.
Halogenlampen hatten es dagegen im Test schwerer zu bestehen. Sie verbrauchen mehr Energie als die anderen Alternativen und schnitten deshalb nur mit "ausreichend" ab. Auf der anderen Seite kommen sie der Glühbirne am nächsten. Hier muss der Verbraucher also genau hinschauen.
Stiftung Warentest resümiert: Es gibt viele gute Alternativen zur Glühbirne und deswegen auch keinen Grund für Hamsterkäufe in den nächsten Tagen. Aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht sind die Energiesparlampen ein Gewinn. .
Gesundheitsgefährdung?
Stiftung Warentest und das Umweltbundesamt haben im Zuge des Tests mehr Schutz vor möglichen Quecksilberemissionen der Energiesparlampen angemahnt. In Energiesparlampen steckt Quecksilber, sie müssen daher in den Sondermüll. Stiftung Warentest schlägt eine Rücknahmepflicht des Handels vor. Quecksilber gilt als gesundheitsschädlich; geht eine Lampe im Haushalt zu Bruch, ist das nicht ungefährlich. Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth, verlangte mehr Bruchsicherheit bei Energiesparlampen.
Kunden noch wenig Ahnung
Das Aus der 60-Watt-Birne ist aber noch nicht bei allen angekommen. Nur knapp jeder Fünfte weiß von der Veränderung zum 1. September, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Osram zeigt. Auch wissen viele Verbraucher noch immer wenig über die neuen Lampentechnologien: Rund ein Drittel der Befragten kennt zwar grob die Unterschiede zwischen Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen, wünscht sich jedoch mehr Beratung und Information. Knapp 20 Prozent geben sogar an, kaum etwas über die unterschiedlichen Lampentypen zu wissen.
Noch ein Tipp: Vor allem die Helligkeit haben Verbraucher in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert. Zum Vergleich der Helligkeit verschiedener Lampen lohnt sich ein Blick auf die Verpackung. Dort ist die Angabe in Lumen zu finden. Stiftung Warentest schreibt in dem Test: "Ein Tipp: 60-Watt-Glühbirnen leuchten etwa mit 600 Lumen. Der Umrechnungsfaktor 10 eignet sich als grober Orientierungswert. Die Watt-Zahl wird hingegen immer unwichtiger: Moderne Sparlampen können mit einem Fünftel der Strommenge für ähnliche Helligkeit sorgen."
bur