Coronavirus -

Staatliche Hilfe 40-Milliarden-Paket für Kleinstunternehmen

Die Bundesregierung will auch Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen in der Corona-Krise helfen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Bald soll es auch Finanzhilfen für krisengeschüttelte Einzel- und Kleinstunternehmer geben. "Die Bundesregierung plant ein Hilfspaket von über 40 Milliarden Euro für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen", heißt es in Regierungskreisen. Die Eckpunkte des Paketes sollen dem Vernehmen nach noch am Donnerstag verabschiedet und Anfang kommender Woche im Kabinett beschlossen werden. Dabei sollen zehn Milliarden Euro als Zuschüsse und die restlichen 30 Milliarden Euro als Darlehen vergeben werden.

Die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied

Damit will die Bundesregierung jetzt auch Kleinstunternehmen helfen, wenn sie wegen fehlender Aufträge aufgrund der Corona-Krise bald Schwierigkeiten haben, die Miete zu bezahlen oder anderen Forderungen nachzukommen. "Es darf keine Solidaritäts-Lücke für Kleinstunternehmen und Soloselbständige geben", heißt es aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums. "Die Kette ist nur so stark, wie das schwächste Glied – deshalb reichen wir allen die Hand: den ganz Kleinen und Großen. Genau das zeichnet schließlich unsere Soziale Marktwirtschaft aus, und genau das wird uns diese Krise gut überstehen lassen."  

Einzelunternehmer haben nichts vom Kurzarbeitergeld

Vergangene Woche hatten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gemeinsam einen nie dagewesenen Schutzschirm für Unternehmen auf den Weg gebracht, der höhere Garantien für Kredite, verbesserte Bürgschaftsbedingungen, steuerliche Liquiditätsmaßnahmen und nicht zuletzt eine Flexibilisierung der Kurzarbeiterregelungen umfasst. Gerade letztere bringen Einzelunternehmern allerdings nichts.

Geschäftserwartungen brechen ein

Wie nötig schnelle Hilfen sind, zeigen auch die Prognosen der Wirtschaftsinstitute. "Nach derzeitigem Stand könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen", teilte das Ifo-Institut in München mit Blick auf den deutlichen Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex von 96, 0 Punkten im Februar auf 87,7 Prozent im März zurück. Vor der Corona-Krise war das Institut noch von einem Wachstum von rund 1,5 Prozent ausgegangen.

Hoffen auf kurzen Schock

Je nach Dauer des Einfrierens der Wirtschaft könnte der Abschwung noch gravierender ausfallen. Sollte sich die wirtschaftliche Stresssituation bis Ende April hinziehen und die Wirtschaft danach wieder anlaufen, ist nach den Prognosen des Instituts für Weltwirtschaft mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums von 4,5 Prozent zu rechen. Hält der wirtschaftliche Einbruch dagegen bis Ende Juli an, könnte das Minus den Prognosen zufolge sogar 8,7 Prozent betragen.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten