Junge Generation in der Warteschleife 2,9 Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss

Trotz leerer Lehrstellen und großem Bedarf an Fachkräften: Rund 2,86 Millionen junge Erwachsene in Deutschland haben keinen Berufsabschluss – Tendenz steigend. Die Gründe reichen von Zuwanderung bis Ausbildungsabbruch. Der aktuelle Berufsbildungsbericht zeigt: Das System braucht dringend Reformen – und ein echtes Aktionsprogramm.

Auszubildende zur Schreinerin
Immer mehr junge Menschen in Deutschland brechen ihre Ausbildung ab. - © guruXOX - stock.adobe.com

In Deutschland schaffen trotz Fachkräftemangels viele junge Menschen keinen Berufsabschluss. So bleiben auch im vergangenen Jahr 2,86 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss. So viele wie im Jahr zuvor. 2019 waren es noch 2,16 Millionen. Das geht aus dem Entwurf des Berufsbildungsberichts für die Bundesregierung hervor, der der Deutschen Handwerkszeitung vorliegt. Zuerst hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

Mehr junge Menschen in der Warteschleife

Wie der vorläufige Bericht weiter deutlich macht, schaffen auch immer weniger junge Menschen einen direkten Einstieg in eine Ausbildung. So sind im vergangenen Jahr insgesamt 259.00 junge Menschen nach der allgemeinbindenden Schule in den sogenannten Übergangsbereich eingemündet. Das waren 8.170 mehr als im Vorjahr, heißt es im Bericht.

Fast jeder Dritte löst seinen Ausbildungsvertrag auf

Der erneute Zuwachs des Übergangsbereichs ist dem Bericht zufolge weiterhin stark durch Zuwanderung geprägt, insbesondere durch junge Ukrainerinnen und Ukrainer, die etwa in Berufsvorbereitungsjahren die Sprache weiter erlernen. Der Bericht zeigt auch, dass die Ausbildungsbeteiligung der Unternehmen leicht auf 18,8 (Vorjahr: 18,9) Prozent gesunken ist und die Vertraglösungsquote leicht auf 29,7 (Vorjahr: 29,5) Prozent gestiegen ist.

Handwerk wirbt intensiv um Nachwuchs

Angesichts dieser Schieflage wirbt das Handwerk seit Jahren mit zahlreichen Maßnahmen für die duale Ausbildung. Zuletzt hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks auf die vielen Aktionen des Handwerks im Rahmen des Sommers der Berufsbildung 2025 hingewiesen, die von Mai bis Oktober stattfinden. Darunter etwa Praktikumswochen oder Ausbildungsmessen.

DGB fordert Aktionsprogramm für Menschen ohne Abschluss

Für die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, sind die diesjährigen Zahlen nicht hinnehmbar. "In Zeiten, in denen fehlende Fachkräfte immer öfter als Konjunkturbremse genannt werden, können wir es uns nicht leisten, Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss zu lassen", sagte sie. Es brauche ein Aktionsprogramm für Menschen ohne Berufsabschluss.