GfK-Verbraucherindex 2012: Verbraucher sind zuversichtlich

Die deutschen Verbraucher erwarten trotz der Eurokrise keine Nachteile für sich. Die Konjunktur läuft noch, die Jobs sind sicher. Die meisten Indices der Gesellschaft für Konsumforschung zeigen eine positive Stimmung. Die Anschaffungsneigung der Deutschen sinkt zwar aktuell. Doch im Weihnachtsgeschäft ist das noch nicht zu spüren.

Die sinkende Kauflaune der Deutschen wirkt sich nicht auf das Weihnachtsgeschäft aus. - © Fotolia

Die Deutschen sehen wieder positiver in die Zukunft. Zum ersten Mal seit fünf Monaten legt die Konjunkturerwartung im Dezember zu, besagt der Verbraucherindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Der entsprechende Indikator steigerte sich um gut 6 Punkte und nähert sich damit wieder dem langjährigen Durchschnittswert an. Und das trotz steigender Konjunkturrisiken und der weiteren Verschärfung der Schuldenkrise.

Höhere Einkommen erwartet

Die Zuversicht hat Gründe: die erwartete gute Konjunktur sichert die Einkommen und Jobs weiter ab. Der Index zur Einkommenserwartung stieg um 2,9 Punkte auf 34 Zähler. Die Beschäftigungsaussichten entwickeln sich gleichzeitig positiv. Die Erwerbstätigkeit steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Somit haben sich auch die Tarifeinkommen gut entwickelt, die zuletzt stärker gestiegen sind als in den vergangenen Jahren.

Dennoch konsumieren die Verbraucher deswegen nicht mehr. Im Gegenteil: Der Indikator zur Anschaffungsneigung verzeichnet gegenwärtig ein deutliches Minus von 12,9 Punkten. Der Wert war im Vormonat noch um gut 9 Punkte gestiegen. Mit aktuell 27,4 Punkten liegt die Konsumneigung aber immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Vor dem Hintergrund der verschärften Finanzkrise tendieren die Verbraucher weiter dazu, eher werthaltige Anschaffungen (Immobilien etc.) zu tätigen, statt ihr Geld zu den aktuell sehr niedrigen Zinsen anzulegen.

Großstädte: Weihnachtsgeschäft läuft gut

Der Einzelhandel kann sich in der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts dennoch nicht beklagen. Die geringe Arbeitslosenquote und die gute Konjunktur machen sich auch hier bemerkbar. Der Branchenverband HDE erwartet denn auch in den kommenden zwei Wochen gute Geschäfte. In der Woche vor dem vierten Advent lagen die Umsätze im deutschen Einzelhandel leicht über denen der vorherigen beiden Wochen. "Vor allem in den größeren Städten läuft das Weihnachtsgeschäft weiterhin gut, die Kundenfrequenz in den Geschäften ist hoch. Der Kalender wird uns dieses Jahr ein besonders starkes Last-Minute-Geschäft bringen", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX" und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. Es werden unter anderem Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte erhoben. jf