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Steuererklärung 2017 15 Tipps zur Gewinnermittlung 2017

Die besten 15 Tipps für Unternehmer und ihre betrieblichen Steuern: Sparmöglichkeiten für Selbstständige durch Verpflegungspauschalen, Arbeitszimmer und betriebliche Fortbildung.

1. Verpflegungspauschalen nicht vergessen

Selbstständige Handwerker, die bei ihren Kunden vor Ort sind, können die Betriebsausgaben auch ohne Rechnungen erhöhen. Die Rede ist von der Verpflegungspauschale. Waren Sie an einem Tag länger als acht Stunden von zu Hause weg und bei Kunden tätig, können zwölf Euro als Betriebsausgaben vom Gewinn abgezogen werden. Konkret: 220 Tage mehr als acht Stunden bei Kunden macht ein Betriebsausgabenplus von 1.760 Euro.

Sonderregelung 1: Waren Sie mehrtägig in Deutschland auf Geschäftsreise, gibt es für den Anreisetag eine Pauschale von zwölf Euro, für die Zwischentage 24 Euro und für den Abreisetag wieder zwölf Euro.

Sonderregelung 2: Fand die Geschäftsreise im Ausland statt, gelten die selben Grundsätze, doch die Verpflegungspauschalen sind je nach Reiseland oft deutlich höher. Die pauschalen Betriebsausgaben 2017 können einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums entnommen werden (BMF-Schreiben, Az.: IV C 5 - S 2353/08/10006:007).

2. Zahlungen für Anmietungen

Haben Sie 2017 mal den privaten Pkw Ihres Bruders oder den privaten Laptop Ihrer Frau kurzfristig angemietet und dafür eine Mietgebühr bezahlt, dürfen Sie diese Kosten dem Finanzamt als Betriebsausgaben präsentieren. Der Clou daran: Bei Ihnen mindern diese Zahlungen den Gewinn 2017, bei den Empfängern der Zahlungen fällt keine Steuern an, wenn die Einkünfte nicht mehr als 255 Euro betragen (§ 22 Nr. 3 EStG).

Beispiel: Sie haben sich für ein paar Tage das Auto Ihres Vaters gemietet und ihm dafür eine Zahlung von 250 Euro geleistet.

Folge: Die 250 Euro mindern Ihren Gewinn 2017. Bei Ihrem Vater ist diese Zahlung nicht einkommensteuerpflichtig, weil die Einkünfte aus dieser Vermietung unter 256 Euro lagen.

DHZ-Tipp: Wer in seiner Steuererklärung 2017 zu viele Zahlungen an zu viele Familienmitglieder wegen der Anmietung irgendwelcher Gegenstände als Betriebsausgabenabzug geltend macht, muss mit kritischen Rückfragen des Finanzamts rechnen. Die Anmietungen müssen wirtschaftlich sinnvoll und notwendig gewesen sein und vor allem tatsächlich stattgefunden haben.

3. Umsatzsteuer als Betriebsausgabe

Bei der Einnahmen-Überschussrechnung 2017 gilt der eiserne Grundsatz, dass nur die im Jahr 2017 noch abgeflossenen Betriebsausgaben den Gewinn 2017 mindern dürfen. Eine Ausnahme davon ist die zum 10. Januar 2018 fällige Umsatzsteuerzahlung aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung 2017.

Haben Sie diese Zahlung bis zum 10. Januar 2018 ans Finanzamt überwiesen oder wurde diese Zahlung vom Finanzamt abgebucht, stellt diese Umsatzsteuerzahlung ausnahmsweise noch eine Betriebsausgabe des Jahres 2017 dar und mindert so Ihren Gewinn 2017.

4. Umweltprämie für Dieselfahrzeug

Haben Sie 2017 ein neues Dieselfahrzeug für Ihren betrieblichen Fuhrpark gekauft und haben dafür vom Autohaus einen Umweltbonus oder eine Umweltprämie bekommen, haben Sie bei der steuerlichen Behandlung ein Wahlrecht.

Variante 1: Sie versteuern diese Prämie als Betriebseinnahme des Jahres 2017.

Variante 2: Sie behandeln die Prämie nicht als Betriebseinnahme, sondern mindern die Anschaffungskosten des neuen Dieselfahrzeugs um diese Prämie und haben dadurch einen geringeren Betriebsausgabenabzug durch die geringere Abschreibung des Fahrzeugs (FinMin. Sachsen-Anhalt, Verfügung vom 19.04.2018, Az. 46-S 2171a-14).

DHZ-Tipp: Nutzten Sie dieses Fahrzeug 2017 auch privat und ermitteln den zu versteuernden Privatanteil nach der 1-Prozent-Regelung, hat die Minderung der Anschaffungskosten (Variante 2) keine Auswirkung auf den Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung. Der Privatnutzungsanteil mindert sich also nicht.

5. Arbeitszimmer zu Hause

Hatten Sie 2017 keine angemieteten Büroräume, sondern erledigten Ihre Arbeiten bei Ihren Kunden vor Ort und den Bürokram in Ihrem häuslichen Arbeitszimmer, können Sie dem Finanzamt die Kosten für dieses häusliche Arbeitszimmer bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 Euro pro Jahr als gewinnmindernde Betriebsausgaben präsentieren.

Voraussetzungen:

  1. Der genutzte Raum muss ausschließlich betrieblich genutzt werden.
  2. Die Ausgaben müssen getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden (§ 4 Abs. 7 EStG).

6. Betriebliche Fortbildung – Tipp 1

Haben Sie sich 2017 beruflich fortgebildet und diese Kosten bisher vom privaten Bankkonto bezahlt, können Sie diese Kosten als Betriebsausgaben geltend machen. Wichtig ist nur, dass es tatsächlich um ausschließlich betriebliche veranlasste Fortbildungskosten handelte. Pseudoveranstaltungen, beispielsweise berufliche Seminare auf privaten Schiffsreisen werden vom Finanzamt in Punkto Betriebsausgabenabzug nicht anerkannt. Hier überwiegt meist die private Veranlassung der Reise und deshalb scheidet ein Betriebsausgabenabzug aus.

7. Betriebliche Fortbildung – Tipp 2

Haben Sie aber tatsächlich erst eine Fortbildung gebucht und sich anschließend dafür entschieden, ein paar Tage Urlaub anzuhängen, wird das Finanzamt einen anteiligen Betriebsausgabenabzug meist nicht widersprechen. Haben Sie 2017 beispielsweise eine berufliche Fortbildung gebucht, die sieben Tage dauerte und hängten daran drei Tage Urlaub an, können die An- und Abreisekosten sowie die Übernachtungskosten zu 7/10 als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

DHZ-Tipp: Bei solchen teils privat und teils betrieblichen Kosten ist wichtig, dass Sie dem Finanzamt nachweisen können, dass während der betrieblichen Fortbildung praktisch kein Raum für private Aktivitäten bestand. Legen Sie den Stundenplan für die Fortbildung vor und führen Sie eine Art Tagebuch, wie sich Ihr Aucht-Stundentag gestaltete.

8. Teure Geschenke absetzbar

Normalerweise gilt bei Geschenken folgender Grundsatz: Betragen die Kosten je Geschenk und Empfänger und Jahr netto mehr als 35 Euro, sind diese Kosten nicht als Betriebsausgabe abziehbar und es besteht kein Anspruch auf Vorsteuererstattung. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn handelt es sich bei den Zuwendungen um Dienstleistungen oder Gegenstände,  die der Beschenkte ausschließlich beruflich nutzen kann, gilt die 35-Euro-Grenze nicht (Richtlinie 4.10 Abs. 2 Satz 4 Einkommensteuerrichtlinien).

Beispiel: Sie schenkten einem Kunden eine Karte für ein Fußballspiel (Kosten 60 Euro). Einem Geschäftspartner schenkten Sie ein betriebliches Seminar für 380 Euro.

Folge: Die Kosten für die Eintrittskarte für das Fußballspiel stellen nicht abziehbare Betriebsausgaben dar, weil die 35-Euro-Grenze überschritten wurde. Die Kosten für das Seminar sind dagegen voll als Betriebsausgabe abziehbar, weil der Beschenkte dieses Seminar nur beruflich nutzen kann.

9. Investitionsabzugsbetrag bei Investitionsplanungen

Für kleine und mittlere Handwerksbetriebe gibt es eine Steuersparmöglichkeit für geplante Investitionen. Konkret geht es um geplante Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen Ihres Handwerksbetriebs in den Jahren 2018 bis 2020. Erfüllen Sie ein paar Voraussetzungen dürfen Sie bereits vom Gewinn 2017 40 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten als Betriebsausgabe abziehen (Investitionsabzugsbetrag nach §7g EStG).

Voraussetzungen:

  1. Der Gewinn bei der Einnahmen-Überschussrechnung beträgt vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht mehr als 100.000 Euro beziehungsweise das Betriebsvermögen bei Bilanzierung nicht mehr als 235.000 Euro.
  2. Die Gegenstände müssen im Jahr des Kaufs und im Folgejahr insgesamt zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt werden.

10. Übergangsgewinn verteilen

Haben Sie im Jahr 2017 die Gewinnermittlungsmethode gewechselt, sind also von der Einnahmen-Überschussrechnung zur Bilanzierung gewechselt, kann durch die unterschiedlichen Methoden ein Übergangsgewinn entstehen. Dieser Übergangsgewinn muss jedoch nicht in voller Höhe im Jahr 2017 versteuert werden. Auf Antrag erlaubt das Finanzamt die Besteuerung des Übergangsgewinns auf drei Jahre verteilt (Richtlinie 4.6 Abs. 1 Satz 4 Einkommensteuerrichtlinien). Erzielten Sie also 2017 einen Übergangsgewinn von 30.000 Euro, müssen Sie 2017 nur 10.000 Euro versteuern und den restlichen Übergangsgewinn in den Jahren 2018 und 2019.

11. Sofortabzug

Für Gegenstände mit einem Kaufpreis bis netto 410 Euro kommt im Jahr 2017 der Sofortabzug in Betracht. Die Abschreibung über mehrere Jahre ist immer dann nicht nötig, wenn es sich bei diesen Gegenständen im bewegliche Gegenstände handelt, die ohne weitere Gegenstände funktionieren.

12. Trinkgeld

Haben Sie für betrieblich eingekaufte Dienstleistungen Trinkgeld gegeben, dürfen Sie dies als Betriebsausgaben geltend machen. Haben Sie als Chef von Kunden Trinkgeld bekommen, liegen einkommen- und umsatzsteuerpflichtige Betriebseinnahmen vor.

13. Privatkosten 1

Haben Sie berufliche Telefonate von privaten Anschlüssen geführt, erkennt das Finanzamt in aller Regel Betriebsausgaben von 20 Prozent der Telefonrechnung, maximal 20 Euro pro Monat an.

14. Privatkosten 2

Haben Sie Ihren privaten Pkw für betriebliche Fahrten genutzt, können Sie 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer als Betriebsausgaben geltend machen.

15. Private Geschenke

Haben Sie zum Geburtstag einen Laptop oder einen anderen Gegenstand geschenkt bekommen, den Sie ausschließlich beruflich nutzen, können Sie die geschätzten Kosten steuerlich als Betriebsausgabe geltend machen.

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