Im September wurden knapp 88.600 reine Elektroautos neu zugelassen – 95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, mehr als ein Drittel aller Neuzulassungen. Hinter dem Sprung steckt ein neues staatliches Förderprogramm mit bis zu 6.000 Euro pro Fahrzeug, das seit Mai läuft.

Seit dem Start des Förderprogramms im Mai dieses Jahres wurden bis Anfang Oktober 100.000 Anträge für eine E-Auto-Förderung bewilligt. Dies teilte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mit. "Jedes zusätzliche Elektroauto macht unser Land unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten", sagte er. Insgesamt habe das Programm, für das man seit dem 19. Mai und rückwirkend ab dem 1. Januar Anträge stellen kann, die Erwartungen weit übertroffen. Zuständig für die E-Autoförderung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Verband: Kraftfahrzeuggewerbe profitiert
Das ist auch ein wichtiger Impuls für das Kraftfahrzeuggewerbe: "Die Förderung erleichtert die Kaufentscheidung, das größere Modellangebot schafft mehr Auswahl und die gestiegenen Kraftstoffpreise machen die Betriebskosten stärker zum Thema", sagte Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Die Förderung könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Neuwagen für viele Menschen schwerer finanzierbar geworden ist. Deshalb unterstütze der ZDK die Forderung der Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen, die Förderung auch auf Gebrauchte auszuweiten.
Schneider: sozial schwächere Haushalte profitieren
Mit Blick auf das aktuelle Förderprogramm sagte Schneider: "Endlich können sich auch Haushalte ein Elektroauto leisten, die vorher nicht einmal daran gedacht hätten." So hat rund die Hälfte der Antragsteller nach Angaben des Ministeriums ein Haushalts-Jahreseinkommen bis maximal 45.000 Euro und rund drei Viertel ein Einkommen bis 60.000 Euro. Dabei entfallen rund 90 Prozent der Bewilligungen auf reine E-Fahrzeuge und weniger als 10 Prozent auf Plug-in-Hybride.
Förderung für Kauf und Leasing von Neufahrzeugen
Das Förderprogramm richtet sich nach Angaben des Ministeriums an private Haushalte und unterstützt den Kauf oder das Leasing von erstmals in Deutschland zugelassenen neuen reinen Elektrofahrzeugen sowie bestimmten, strengen Klimaschutzanforderungen unterworfenen Plug-in-Hybriden, Brennstoffzellen-Fahrzeugen sowie so genannten Range-Extendern.
Fördertopf soll für rund 800.000 Fahrzeuge reichen
Voraussetzung ist die erstmalige Zulassung ab dem 1. Januar 2026. Gebrauchtwagen und Dienstwagen werden nicht gefördert. Die individuelle Förderung kann bis zu 6.000 Euro für reine E-Autos betragen und hängt vom Einkommen, der Größe der Familie und dem Fahrzeug ab. Insgesamt stellt die Regierung für die Förderung von 2026 bis 2029 drei Milliarden Euro zur Verfügung, wie Schneider zuvor erklärte. Die Mittel reichten für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren. In der vorigen Ampel-Regierung hatte die E-Auto-Förderung wegen Haushaltsproblemen abrupt Ende 2023 eingestellt werden müssen.
Knapp 89.000 E-Autos im September neu zugelassen
Die E-Auto-Prämie dürfte sich auch in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) niederschlagen. Rund 88.600 reine Elektroautos (BEV) wurden im September neu zugelassen, wie das KBA in Flensburg mitteilte. Das seien rund 95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die reinen Stromer machten mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) der Neuzulassungen im September aus. Mit Diesel oder Benzin betriebene Pkw kamen gemeinsam auf rund 67.700 Neuzulassungen – beide Kraftstoffarten verzeichneten Rückgänge im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Außerdem: Immer mehr öffentliche Ladepunkte für E-Autos
Unterdessen macht noch eine weitere Meldung die Runde: Danach gibt es in Deutschland immer mehr öffentliche Ladepunkte. Das geht aus neuen Daten der Bundesnetzagentur hervor, die vom Energieunternehmen 1Komma5Grad für einen "Ladesäulenatlas" ausgewertet wurden. Danach waren bei der Bundesnetzagentur am 1. September 2026 rund 209.000 öffentliche Ladesäulen registriert, rund 24 Prozent mehr als im Juli 2025. Darunter waren gut 150.000 normale und knapp 59.000 schnelle Ladepunkte.
Mit Inhalten der dpa