Support für Windows XP wird eingestellt Windows XP: Nutzer sollten bald auf Nachfolger umsteigen

Windows 8 ist das aktuelle Betriebssystem von Microsoft. Doch auf Millionen von Rechnern finden sich noch ältere Windows-Versionen. Handwerksbetriebe, die Windows XP nutzen, solltem sich auf einen Wechsel vorbereiten. Der technische Support von Microsoft wird für diese Version bald eingestellt. Damit steigen die Sicherheitsrisiken.

Wer für die nächsten Jahre abgesichert sein will und Microsoft treu bleiben will, wechselt am besten gleich zum neuen Windows 8. - © Foto: Senza rivali/Fotolia

Am 25. Oktober wird Windows XP zwölf Jahre alt. Der Geburtstag ist für Nutzer des Betriebssystems aber kein Grund zu feiern, sondern eher Anlass sich nach einer jüngeren Software umzusehen. Denn kein halbes Jahr später, zum 8. April 2014, endet die technische Unterstützung und Aktualisierung des Systems seitens Microsoft.

Auch betroffene Handwerksbetriebe sollte sich deshalb Gedanken machen, ob sie gleich auf das neue Windows 8 wechseln und sich an das neue Bedienkonzept gewöhnen. Alternativ können die nächsten paar Jahre auch noch Windows Vista oder Windows 7 genutzt werden.

Die neueren Versionen haben theoretisch zwar höhere Hardwarevoraussetzungen als XP. In der Praxis ist das aber meist kein Hindernis. "Ich habe eigentlich noch keinen alten XP-Rechner gesehen, auf dem man Windows 7 nicht irgendwie zum Laufen bekommt", sagt Computerexperte Günter Born, der über Windows und andere Betriebssysteme mehrere Bücher geschrieben hat.

Nicht alles funktioniert

Allerdings laufen die neuen Windows-Versionen auf alten Rechnern oft nicht flüssig, auch niedrige Bildschirmauflösungen können gelegentlich Probleme machen. Weitere Fallstricke lauern bei externer Hardware. Für ältere Scanner oder Webcams gibt es möglicherweise nur Treiber für Windows XP, aber nicht für die Nachfolger. "Das sieht man vor allem bei No-Name-Produkten", sagt Born. Hier bleibt Nutzern nur, einen Blick auf die Herstellerwebseite zu werfen und dort nach passender Software zu suchen.

Schwierig ist auch die Kombination alter Pentium-Prozessoren mit Windows 8. Diese CPUs unterstützen möglicherweise ein technisches Verfahren namens PAE/NX nicht. Die neueste Windows-Version verweigert dann den Dienst, die Vorgänger Vista und 7 laufen aber problemlos.

Seite 2: Es muss nicht Windows sein

Für welche Version sich Nutzer entscheiden, ist ansonsten eher Geschmackssache, sagt Born. "Windows 8 hat eine etwas ungewohnte Oberfläche, das liegt nicht jedem." Außerdem ist das Programm mit Preisen von 50 bis 60 Euro deutlich teurer als Windows 7. Lizenzen dafür gibt es im Onlinehandel oft für um die 20 Euro. Vista ist dagegen fast vom Markt verschwunden. Außerdem hat Microsoft bereits angekündigt, 2017 den Support für das System einzustellen. Für Windows 7 soll es dagegen noch bis 2020 Updates geben.

Es muss aber auch nicht unbedingt Windows sein. Das quelloffene und kostenlose Betriebssystem Linux läuft nahezu auf jedem PC, einige Varianten (Distributionen) sind auch für Laien einfach zu installieren und zu nutzen, etwa das populäre Ubuntu. Diese Distribution lässt sich problemlos von einer DVD oder einem USB-Stick aus starten. Nutzer können das System so erst einmal ausprobieren und bei Gefallen direkt von dem jeweiligen Medium installieren - bei Bedarf problemlos neben Windows.

Nicht gleich festlegen

Ausprobieren verhindert Überraschungen, denn auch unter Linux kann es zum Beispiel Probleme mit Treibern für alte oder exotische Hardware geben. Außerdem können Nutzer so sehen, ob sie mit dem System überhaupt zurechtkommen, sagt Ratgeberautor Born. "Das sieht unter Linux schon alles ein bisschen anders aus, als man es gewohnt ist." Und Computerbesitzer mit dem freien System seien oft auf sich alleine gestellt. "Bei Problemen gibt es oft niemanden im Bekanntenkreis, der genug Fachwissen hat." Auf der anderen Seiten bieten zahlreiche Foren im Netz Hilfe in Sachen Ubuntu und Linux.

XP einfach weiter zu nutzen, ist dagegen eher keine gute Idee. "Windows XP ist im Grunde unsicher, sobald der Support eingestellt wird", warnt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. "Wir empfehlen daher dringend den Umstieg." Der Grund: Ohne Updates werden neu entdeckte Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen. Das macht es Angreifern leicht. Nach dem 8. April 2014 sind XP-Rechner höchstens noch sicher, wenn sie nicht ins Netz gehen. sg/dpa