Die Bundesregierung will an einer stärkeren Förderung der energetischen Gebäudesanierung festhalten. Ein Steuerbonus für Wärmedämmungen oder neue Heizungen war am Widerstand der Länder gescheitert. Nun will die Bundesregierung Hausbesitzer auf eigene Faust unterstützen und ihnen Zuschüsse bis zu 5.000 Euro gewähren. Ein Überblick über die Förderbedingungen.
Wer sein Haus oder seine Wohnung demnächst energetisch sanieren möchte, kann auf staatliche Zuschüsse zählen, obwohl die geplante steuerliche Förderung erst in der vergangenen Woche im Vermittlungsausschuss zwischen Bund und Ländern gescheitert war. Bereits am kommenden Mittwoch will das Bundeskabinett ein KfW-Programm im Gesamtvolumen von insgesamt 2,4 Milliarden Euro verabschieden.
Die wichtigsten Eckpunkte des Programms:
- Jährlich sollen Zuschüsse im Volumen von 300 Millionen Euro vergeben werden, das Programm soll acht Jahre lang laufen.
- Für Einzelmaßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine neue Heizung gibt es Zuschüsse in Höhe von zehn Prozent der Investitionen, maximal 5.000 Euro.
- Für umfassende Sanierungen auf hohem Energieeffizienzniveau gibt es für ein "Effizienzhaus 55" Zuschüsse von 25 Prozent der Baukosten, maximal 18.750 Euro, für das "Effizienzhaus 70" 20 Prozent, maximal 15.000 Euro.
- Das Programm richtet sich an Immobilienbesitzer, die ihr Eigentum selbst bewohnen und auch sogenannte Privatvermieter
- Vor Beginn der Sanierung sollte sich der Eigentümer an eine "qualifizierte fachliche und unabhängige Energieberatung" wenden. Eine verbindliche Expertenliste will die Bundesregierung noch vorlegen.
- Die Zuschüsse werden "maßnahmen- und technologieoffen" gezahlt, das heißt, sie sind nicht an bestimmte Einzelmaßnahmen geknüpft.
"Mit dem neuen KfW-Programm sorgen wir dafür, dass die Gebäudesanierung weiteren Schub bekommt", sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) zu den Plänen der Regierung. Das sei ein wichtiger Impuls für die Energiewende. Das Zuschussprogramm soll nach den Plänen des Bundes im Januar starten.
Der Bauminister erklärte in der "Welt am Sonntag", mit dem neuen Programm "wollen wir unkompliziert und unbürokratisch fördern. Die Bürger sollen direkt profitieren." Die Zuschüsse stünden zusätzlich zu den bereits vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro für die CO2-Gebäudesanierungsprogramme zur Verfügung. Beim Kreditprogramm seien einige Änderungen geplant, um Nutzer im Vergleich zu Hausbesitzern, die Zuschüsse erhalten, nicht zu benachteiligen.
Mit dem KfW-Programm zieht die Bundesregierung die Konsequenz aus dem Scheitern der geplanten steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Die Mehrheit der Länder hatten das Vorhaben aus Sorge vor Einnahmeverlusten in ihren Haushalten abgelehnt. Ursprünglich eingeplant war dazu ein Finanzvolumen bis 2016 von insgesamt 1,5 Milliarden Euro betragen. Der Bund sollte davon 638 Millionen Euro tragen, Bund und Gemeinden die restlichen 862 Millionen Euro. dhz/dapd/dpa