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Einhaltung von Fristen Wann der Schornsteinfeger beauftragt werden muss

Hausbesitzer dürfen seit einigen Jahren in fast allen Fällen selbst wählen, welchen Schornsteinfeger sie beauftragen. Allerdings bedeutet das, dass sie sich auch selbst um die Einhaltung von gesetzlichen Fristen kümmern müssen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Seit 2013 können Hausbesitzer selbst den Schornsteinfeger beauftragen. Vorher kam der für einen Bereich zuständige Kaminkehrer selbstständig auf die Kunden zu und sorgte dafür, dass ihre Kamine rechtzeitig und regelmäßig gekehrt wurden. "Jetzt sind Hausbesitzer selbst in der Pflicht, einen Schornsteinfeger zur rufen", sagt Stephan Langer, Vorstand des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks. Die Kunden müssen aktiv werden, Termine im Blick haben, Firmen aussuchen und beauftragen sowie Prüfbescheide versenden.

Braucht man gar keinen Bezirksschornsteinfeger mehr?

Allerdings hat auch der Bezirksschornsteinfeger weiterhin feste Aufgaben, die nur er übernehmen kann. Etwa die sogenannte Feuerstättenschau als Sicherheitsüberprüfung der gesamten Feuerungsanlagen mit Schornstein. "Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger macht auch weiterhin die Überprüfung der Betriebs- und Brandsicherheit, die Bauabnahme neuer Feuerstätten und Schornsteine sowie sogenannte Ersatzvornahmen, wenn der Eigentümer seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist", sagt Langer.

Welche allgemeinen Verpflichtungen haben Hausbesitzer?

Um was sich Hausbesitzer selbst kümmern müssen, steht im sogenannten Feuerstättenbescheid. Dies ist eine amtliche Unterlage, die vom Bezirksschornsteinfeger für den Hausbesitzer ausgestellt wird. Darin ist unter anderem aufgeführt, wann welche Kehr-, Mess- und Prüfarbeiten fällig sind. Langer: "Das sind konkrete Vorgaben, an die sich der Hausbesitzer zu halten hat. Ein Überblick über die anstehenden Arbeiten der nächsten Jahre." Hierfür kann ein beliebiger Schornsteinfeger beauftragt werden. Den Nachweis über die geleistete Arbeit muss der Hausbesitzer anschließend an seinen bezirksbevollmächtigen Schornsteinfeger schicken.

Neben Schornsteinfegern können für diese Arbeiten auch Betriebe aus dem Bereich Sanitär, Heizung und Klima beauftragt werden. Voraussetzung: Sie bieten Schornsteinfegerarbeiten an.

Was passiert wenn Fristen überschritten werden?

Wird der im Feuerstättenbescheid festgesetzte Zeitraum um zwei Wochen überschritten, meldet der Bezirksschornsteinfeger den fehlenden Nachweis an die zuständige Baubehörde. Diese setzt dem Eigentümer eine erneute Frist und stellt gegebenenfalls einen Zweitbescheid mit den Prüfpflichten aus. Dieser Zweitbescheid kostet zwischen 50 und 150 Euro. Das ist entsprechend der Gebührenordnungen der Länder und Kommunen unterschiedlich.

Lässt ein Hausbesitzer die Arbeiten auch danach nicht umgehend erledigen, beauftragt die Behörde den Bezirksschornsteinfeger mit der Ausführung. Der verschafft sich Zutritt zum Haus - selbst dann, wenn niemand ihm die Tür öffnet, notfalls mit Hilfe der Polizei. "Schließlich geht es um die allgemeine Sicherheit", erklärt Langer. "Von einer ungeprüften Feuerstätte kann große Gefahr ausgehen."

Wann sind Überprüfungen vorgesehen?

In Deutschland sind zwei sogenannte "Feuerstättenschauen" innerhalb von sieben Jahren vorgesehen. Dabei überzeugt sich der Bezirksschornsteinfeger selbst, ob alle angemeldeten Öfen und Heizungen im Gebäude vorhanden und in welchem Zustand sie sind. "Diese Kontrolle ist wichtig, um zu verhindern, dass unangemeldet Feuerstätten betrieben werden, die die Schornsteinschächte überfordern und die Nachbarn in Gefahr bringen könnten", so der Vorstand des Bundesverbandes. Sind die Schornsteinschächte nicht für eine Feuerstätte geeignet, drohen Kohlenstoffvergiftungen und Brände, da die Abgase nicht vollständig abziehen können.

Meldet sich der Bezirksschornsteinfeger an?

Zu diesen Feuerstättenschauen meldet sich der Bezirksschornsteinfeger rechtzeitig beim Hausbesitzer an. Erfolgt keine Reaktion, geht er davon aus, dass man ihn empfängt. Ansonsten kann der Kunde einen neuen Termin vereinbaren.

Welche ökologischen Vorteile hat eine Reinigung?

Die regelmäßige Wartung und Prüfung der Feuerstätten hat nicht nur Sicherheitsgründe, sondern durchaus auch ökologische und ökonomische Aspekte und Vorteile. Kaminöfen und andere Einzelraumfeuerstätten arbeiten laut dem Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik nur dann effizient und emissionsarm, wenn sie sauber sind. Rußablagerungen verhindern eine optimale Verbrennung und kosten somit Energie. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung der Brennkammer, des Abzugs sowie des Schornsteins wichtig. dhz/dpa

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