Vom 1. Mai an gilt ein neues Punktesystem für Vergehen im Straßenverkehr. Da dabei auch der Abbau der Punkte reformiert wird, erleben Fahrschulen gerade einen regelrechten Boom. Verkehrssündern bleiben nur noch wenige Tage, um mehrere Punkte aus ihrer Flensburger Kartei zu löschen.

Viele Fahrschulen in Deutschland haben in diesem Frühjahr eine deutlich gestiegene Nachfrage gespürt. Verantwortlich für den Anstieg sind aber nicht Fahranfänger, sondern taktierende Verkehrssünder. Vor der Umstellung des Flensburger Verkehrsregisters wollen sie noch möglichst viele Punkte loswerden.
Denn zum 1. Mai ändert sich einiges: Nur noch bis Ende April können Verkehrssünder ihre Bescheinigungen für die alten Kurse bei den Behörden einreichen und damit bis zu vier Punkte in Flensburg wettmachen. Danach fällt der Rabatt, den die freiwilligen Schulungen bringen, auf einen Punkt. Und selbst das gilt nur für Fahrer, deren Punktestand bei maximal fünf Zählern liegt.
Wer nach der neuen Berechnung maximal fünf Punkte auf dem Konto hat, kann nur noch einmal alle fünf Jahre mit der Teilnahme an einem Fahreignungsseminar einen Punkt tilgen. Diese Schulung, bislang eine Auffrischung der Regelkunde, enthält künftig auch verkehrspsychologische Gespräche. Das soll verhindern, dass Ungelehrige das Seminar einfach absitzen.
Ab Mai feste Verjährungsfristen
Aber nicht nur der Aufwand, sondern auch die Kosten für die Schulungen sollen steigen. Mit 400 bis 500 Euro dürfte das neue Fahreignungsseminar annähernd doppelt so viel kosten wie das bisherige.
Alle Delikte bekommen künftig zudem feste Verjährungsfristen: Ein Vergehen, das mit einem Punkt bestraft wurde, verschwindet nach zweieinhalb Jahren, eines mit zwei Punkten nach fünf Jahren, eines mit drei Punkten nach zehn Jahren. Die Option, Punkte mit einem Seminar selbst zu löschen, gilt zunächst bis 2019. Dann kommt die Reform erneut auf den Prüfstand.
Die Aufbauseminare werden an das überarbeitete Punktesystem angepasst. Das sieht vor, dass je nach Vergehen nur noch 1 bis 3 Punkte in der Flensburger Kartei vermerkt werden statt wie bisher 1 bis 7. Dafür verlieren Autofahrer ihren Führerschein bereits mit 8 statt wie bisher mit 18 Punkten. dpa/dhz
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