Ab sofort kommen kurze Videoclips für die Theorieprüfung des Führerscheins zum Einsatz. Mit den kurzen Filmen wird allerdings nicht nur Faktenwissen abgefragt.

"Die Videodarstellung von Verkehrssituationen bietet Vorteile gegenüber den Aufgaben mit einer rein textlichen Beschreibung oder einer Abbildung", sagt Gerd Neumann, Mitglied der Dekra-Geschäftsführung. Laut Neumann stelle eine Videosequenz den Verlauf der Situation vollständig und leichter verständlicher dar, so dass sich umfangreiche Erklärungen erübrigen.
Video soll Handlungswissen abfragen
Auch würden Prüfungsaufgaben realitätsnäher sein, wenn auch Differenzgeschwindigkeiten, Beschleunigungen, Verzögerungen oder potenzielle Gefahren abgebildet werden können. "Zudem wird nicht nur Faktenwissen abgefragt, sondern auch Handlungswissen: Wie reagiere ich in einer konkreten, möglicherweise gefährlichen Situation richtig?", sagt Andreas Schmidt, Leiter Fahrerlaubniswesen bei Dekra. Die Video-Aufgaben sollen so insgesamt die Verzahnung von theoretischer und praktischer Ausbildung fördern.
Prüfungsfrage nach dem Video
Während das Video läuft, kennt der Bewerber die Frage noch nicht. Sie wird erst präsentiert, wenn er sich mit der Videosequenz vertraut gemacht hat. „Das bedeutet, dass der Bewerber die Verkehrssituation zunächst unabhängig von der Aufgabenstellung beurteilen und dabei die relevanten von den irrelevanten Aspekten trennen können muss“, so der Schmidt. Eine Videosequenz könne bis zu fünf Mal angeschaut werden, bevor zur nächsten Frage und Antwortmöglichkeit gewechselt wird. Der Grund dafür: Der Fahrschüler hat bis zur theoretischen Prüfung kaum Fahrerfahrung und muss die Situation zunächst umfassend erkennen.
Insgesamt 51 Aufgaben mit Videosequenzen soll es künftig geben. Darüber hinaus kommen 246 neue Aufgaben zum Einsatz. cle