Unternehmensführung -

Konflikt im Unternehmen Streit im Familienbetrieb richtig bewältigen

Ob Ehepaar oder Vater und Sohn: Streitigkeiten in Familienbetrieben können schwerwiegende Folgen haben. Diese Tipps helfen, das gute Betriebsklima dauerhaft zu erhalten.

Das Arbeiten im Familienbetrieb ist nicht immer leicht. Wenn Vater, Mutter, Söhne und Töchter gemeinsam im Unternehmen an einem Strang ziehen müssen, entstehen hin und wieder Reibungspunkte. Gibt es Streit unter den Familienmitgliedern kann dieser durchaus negativen Einfluss auf die Firma haben. Im schlimmsten Fall hängt der Familiensegen dauerhaft schief.

Konflikte können fatale Auswirkungen haben

"Zunächst ist es so, dass es sich nicht gleich negativ auf die Firma auswirkt, wenn jemand einmal mit dem falschen Fuß aufgestanden ist", sagt Ulrike Führmann, Expertin für interne Kommunikation. "Allerdings können tieferlegende Konflikte fatale Auswirkungen, bis hin zum Konkurs, haben." Damit es erst gar nicht so weit kommt und der persönliche Zoff zur Zerreißprobe für das Unternehmen wird, sollten gerade kleine Familienbetriebe einige Dinge beachten.  

Mitarbeiter nicht involvieren

Die wichtigste Regel: Mitarbeiter aus dem Streit raus halten. Diese einfache wie klare Regel sollte möglichst immer beachtet werden. Führmann: "Werden Streitigkeiten vor den Mitarbeitern ausgetragen führt das zum einen zu Loyalitätskonflikten bei den Angestellten und zum anderen hat das Verhalten des Chefs auch einen Modellcharakter." Kurz gesagt: Wie sich der Chef benimmt, so benehmen sich auch die Mitarbeiter. "Sie übernehmen das Verhalten untereinander und im schlimmsten Fall auch gegenüber den Kunden", sagt die Kommunikationsexpertin.

Streitigkeiten kommen überall vor. Deshalb ist es umso wichtiger zu wissen, wie die Beteiligten damit umgehen sollen. Führmann: "Ein konstruktiver Umgang ist wichtig und die Streitkultur untereinander kann verbessert werden. So etwas muss man jedoch lernen."

Gerade Männern, also meistens den Chefs der Firmen, fällt dies jedoch schwer, weiß die Expertin. "Sie lassen sich oft nur ungern darauf ein und räumen nur widerwillig eigene Fehler ein."

Klare Unterschiede zwischen Familie und Betrieb

Wie lässt sich die Streitkultur also verbessern? Grundsätzlich haben die Parteien auf zwei Ebenen miteinander zu tun: Familie und Arbeit. "Deshalb ist es enorm wichtig, sich klar zu machen, auf welcher Konfliktebene man sich gerade befindet", sagt Führmann.

Denn: Das Verhalten in der Familie ist nicht automatisch das richtige für den Betrieb. "Es gibt klare Unterschiede ob ich als Vater oder als Chef zu meinem Sohn spreche." Doch gerade in Familienunternehmen ist eine 100-Prozentige Trennung nicht möglich. Zudem werden Themen nach der Arbeit häufig mit an den heimischen Esstisch genommen. Auch hierfür hat die Expertin einen Tipp: "Man sollte sich ‘Inseln‘ schaffen, beispielsweise beim Abendessen. Da wird dann nicht über die Arbeit gesprochen und man isst einfach nur als Familie zusammen."

Streitschlichter einschalten

Kommt es doch zum Streit, sollten die betroffenen Personen zunächst eine sachliche Aussprache untereinander suchen. Hilft das nicht, kann ein externer Streitschlichter eingeschaltet werden. "Allerdings muss dieser konfliktgeschult sein", erklärt die Kommunikationsexpertin. Führt auch das nicht zu einer Versöhnung, weil die Fronten derart verhärtet sind, hilft laut Führmann nur noch eine Mediation.

Ungelöste Konflikte rufen neuen Streit hervor

"Aller spätestens wenn ein Streit Zeit, Energie und vielleicht sogar schon Geld raubt, sollte man sich mit der Bewältigung auseinander setzten." Denn: Aus unbearbeiteten Konflikten entstehen immer neue Auseinandersetzungen. Um eine solche Entwicklung und Streit im Familienbetrieb erst gar nicht entstehen zu lassen, ist eine frühzeitig Vorbeugung und regelmäßige Selbstkontrolle enorm wichtig.

Die wichtigsten Tipps für ein gutes Klima im Familienbetrieb

  • Mitarbeiter aus Konflikten immer raus halten.
  • Streitkultur verbessern: ein konstruktiver Umgang miteinander ist wichtig.
  • Überlegen auf welcher Streitebene findet der Konflikt statt: Familie oder Arbeit?
  • Situationen festlegen, in denen es nicht um die Arbeit, sondern nur um die Familie geht.
  • Im Extremfall: Einen externen Streitschlichter hinzuziehen.

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