Sozialbeiträge: Das ändert sich 2012 - Homepage - deutsche handwerks zeitung

Politik + Wirtschaft - 16.11.2011

Kabinettsbeschlüsse

Sozialbeiträge: Das ändert sich 2012

Rente, Krankheit, Pflege: Das Kabinett hat für das neue Jahr einige Änderungen beschlossen, die Auswirkungen auf die Bürger haben. So dürfen sich die Rentner freuen. Aber auch bei der privaten Krankenversicherung ergeben sich Neuerungen – diese könnte die Versicherten teuer kommen.

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Rentner können sich 2012 wahrscheinlich auf eine deutliche Erhöhung ihrer Bezüge freuen.

Das neue Jahr bringt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber einige Änderungen bei den Sozialbeiträgen mit sich. Einem sinkenden Rentenbeitrag stehen höhere Beiträge etwa in der privaten Krankenversicherung und in der Pflege gegenüber. Ein Überblick.

Rentenbeitragssatz sinkt

  • Zu Beginn des kommenden Jahres werden die Rentenbeitragssätze von 19,9 auf 19,6 Prozent sinken. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können damit im nächsten Jahr auf eine Entlastung von jeweils 1,3 Milliarden Euro hoffen.

  • Nach Einschätzung des Arbeitsministeriums stehen auch die Chancen für eine merkliche Rentensteigerung 2012 gut. Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, kündigte an, dass die Bezüge im Westen voraussichtlich um 2,3 Prozent steigen werden, im Osten um 3,2 Prozent. Die endgültige Anpassung wird erst im kommenden Frühjahr feststehen, wenn alle nötigen Wirtschaftsdaten für die Berechnung vorliegen.

Private Krankenversicherung teurer

  • Privatversicherte werden 2012 zu spüren bekommen, dass die Gesundheitskosten steigen. Anders als die gesetzlichen legen die privaten Krankenversicherer die Beitragshöhen individuell fest. Einige Krankenversicherungen haben bereits Anpassungen für 2012 angekündigt, darunter die Gothaer und die AXA. Je nach Tarif können die Beiträge um bis zu 40 Prozent ansteigen. Einer der Gründe ist die Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte. Zudem wurde die Versicherungspflichtgrenze im Gegensatz zu 2011 angehoben, was weniger Versicherte und Neukunden und damit weniger Einnahmen bedeutet.

  • Anders die gesetzlichen Versicherungen: Ihr allgemeiner Beitragssatz war erst im Januar 2011 von 14,9 Prozent auf 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens gestiegen, aktuell sind keine Veränderungen geplant. Im kommenden Jahr wird aber für gesetzlich Versicherte die Beitragsbemessungsgrenze von 44.550 Euro auf 45.900 Euro jährlich steigen. Dadurch erhöht sich der maximale Beitragssatz zur Krankenversicherung.

Pflegesatz steigt 2013

  • Der Beitrag zur Pflegeversicherung erhöht sich um 0,1 Prozentpunkte, wenn auch erst im Jahr 2013. Bisher liegt der Beitragssatz bei 1,95 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent für Versicherte ohne Kinder. Die zusätzlichen Einnahmen sollen vor allem für die Versorgung von Demenzkranken verwendet werden, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte.  

  • Für die künftige Vorsorge im Pflegefall sollen die Versicherten freiwillig selbst nach dem Modell der Riester-Rente sparen. Details hierzu stehen noch nicht fest. dapd/dhz

 
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