Neue Smartphones oder iPhones sind eine tolle Sache. Allerdings kann der Umzug vom Alt- aufs Neuhandy zu einer echten Herausforderung werden. Kontakte, Nachrichten und Apps befinden sich nämlich immer noch auf dem alten Handy und können aufgrund verschiedener Betriebssysteme nicht sofort mitgenommen werden.

Schneller surfen und spielen, ein größeres Display oder brandneue Funktionen: Gründe für den Kauf eines neuen Smartphones gibt es genug. Nach Schätzungen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik wechseln Handy- und Smartphonebesitzer in Deutschland alle 24 bis 28 Monate ihr Gerät.
Doch viel schwieriger als die Suche nach dem passenden Modell ist es, gespeicherte Kontakte, Nachrichten, Apps und sonstige Daten vom alten Smartphone aufs Neue zu übertragen.
Am einfachsten ist der mobile Umzug, wenn man "in der Familie bleibt“, erläutert Uwe Baumgarten, Professor für Informatik an der Technischen Universität München. Darunter ist der Wechsel von iPhone zu iPhone oder von einem Android-Gerät zum nächsten gemeint.
Bei Apple liegen alle Daten und Apps in iTunes und der iCloud. „Bei Android läuft das über das Google-Konto“, sagt Baumgarten weiter. In solchen Fällen reicht es, das neue Smartphone mit dem alten Account zu verknüpfen - und schon sind alle Kontakte und andere Daten wie Kalendereinträge oder Notizen auch dort verfügbar.
Wechseln mit der Wolke
Per Cloud (Wolke) funktioniert auch der eigentlich kompliziertere Wechsel zwischen verschiedenen Betriebssystemen (OS) oft ganz gut: Sowohl Apples iCloud als auch Google- und Microsoft-Konten können Kontakte im sogenannten vCard-Format exportieren und importieren, für Kalendereinträge wird fast überall der iCal-Standard unterstützt.
Unter iCalendar versteht man dabei ein standardisiertes Datenformat zum Austausch von Kalenderinhalten. Davon abgeleitet ist iCal - der Name des zugehörigen Anwendungsprogramms von Apple.
Wer seine Daten ohnehin mit den Servern der Anbieter synchronisiert, kann sie also bequem am Rechner vom einen zum anderen Dienst übertragen und bekommt sie so automatisch auch aufs Handy.
Je nach OS-Kombination funktioniert der Smartphone-Wechsel oft auch ohne Datenimport und -export: Ein iPhone lässt sich zum Beispiel leicht mit einem Google- oder Microsoft-Konto verknüpfen, ein Smartphone mit Windows Phone kann Kontakte und Kalendereinträge aus Apples iCloud übernehmen. Ein Google-Konto bei Windows Phone einzubinden, funktioniert ebenfalls.
Alternativen für den Umzug
Kontakte und Termine können auch alternativ mit Hilfe eines Rechners vom Handy geholt und auf ein neues Gerät kopiert werden. iPhone-Besitzer können etwa mit iTunes ein Backup der Handy-Daten erzeugen und auf ein neues Gerät spielen oder auch die Daten aus dem Windows-Konktaktverzeichnis synchronisieren.
Die altmodischste Umzugsmethode für Kontakte ist der Transport per SIM-Karte. Das gilt vor allem dann, wenn das Altgerät noch ein klassisches Handy und kein Smartphone ist. Allerdings bieten die SIM-Karten nicht unbegrenzt Speicherplatz. Außerdem gibt es ein weiteres Limit:
"Ich kann jedem Namen nur eine Telefonnummer zuordnen“, erläutert Thorsten Neuhetzki vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de“. Wer mehrere Nummern für den gleichen Namen hat, muss für die SIM-Übertragung getrennte Datensätze wie "Müller privat“ und "Müller geschäftlich“ anlegen.
Auch der Umzug mit Apps klappt immer dann am besten, wenn die Betriebssysteme von altem und neuem Smartphone übereinstimmen. In solchen Fällen können Nutzer das einmal gekaufte Programm für ihr neues Smartphone noch einmal herunterladen. Grenzen gibt es beim Wechsel zwischen Smartphones und Tablets: Sowohl für Android als auch für iOS gibt es manchmal zwei Versionen der gleichen App. dhz/dpa