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Phishing, Malware und Co. Sicher Surfen: Schutz vor Schadsoftware im Internet

Das Internet ist ein gefährliches Pflaster. Schadsoftware, die den Rechner verschlüsselt, dubiose Phishing-Mails oder falsche Onlineshops die Vorkasse-Zahlungen abzocken. Dagegen kann man sich jedoch schützen.

Ob Phishing, Abofallen oder falsche Zahlungsaufforderungen per Mail mit Malware im Gepäck: Internet -Betrüger finden immer neue und dreistere Methoden, Nutzer über den Tisch zu ziehen. Das sollte man sich nicht gefallen lassen und sich vor Schadsoftware schützen.

"Unsere Bank hat ein neues Sicherheitssystem - bitte geben Sie Ihre persönlichen Daten nochmals hierfür ein": So oder ähnlich steht es in vielen gefälschten Mails von vermeintlichen Banken, Zahlungsdienstleistern oder Onlinehändlern. "Die Betrüger wollen den Empfänger dazu bewegen, über eine gefälschte Webseite persönliche Daten wie Konto-, Kreditkarten- oder Log-in-Daten einzugeben, um später mit diesen Daten Konten leerzuräumen", Medienrechtler Fabian Rack.

Im Zweifel: E-Mail-Absender auf Echtheit prüfen

Schutz vor dem sogenannten Phishing bieten hier in erster Linie Wachsamkeit und Skepsis: "Eine Bank wird ihre Kunden nicht per E-Mail darum bitten, über einen Link Zugangsdaten zu bestätigen", sagt Rack. Bestehen Zweifel über die Vertrauenswürdigkeit des Absenders, sollten Nutzer bei dem entsprechenden Dienstleister (beispielsweise bei ihrer Bank) telefonisch nachfragen und sich nach der Echtheit der E-Mail erkundigen. Wichtig: Die Kontaktdaten selbst recherchieren, um nicht am Ende den Betrüger an der Strippe zu haben.

Erpresserische Software – nicht zahlen

Äußerst problematisch ist auch erpresserische Schadsoftware, sogenannte Ransomware. "Sie sperrt den Zugang zu einem Computer oder verschlüsselt bestimmte Daten auf einer Festplatte und zeigt dem Nutzer an, diese Sperre nur gegen eine Art Lösegeld beseitigen zu können", erklärt der Medienrechtler und rät, nicht zu zahlen. Der beste Schutz: Seine Daten regelmäßig sichern.

Auch fingierte oder unberechtigte Inkassoforderungen per Mail sind eine Masche dubioser Geldschneider. Man kann sie erst einmal ignorieren - natürlich auch und vor allem, wenn sie offensichtlich haltlos sind. Denn: Ein Mahnbescheid und eine Klage kommen nur per Post und niemals per Mail. Dies gilt auch für Behördenpost.

Millionenschwere Erbschaften und Gewinne per Mail – ab in den Spamordner

Gleich in den Spamordner gehört wiederum Post, die millionenschwere Erbschaften von Prinzen oder andere Kuriose Dinge versprechen - vor allem weil vom Empfänger einige Hundert Euro Vorschuss als Transfer- oder Anwaltkosten verlangt werden. Wer zahlt, erhält natürlich kein Erbe, sondern ist von der sogenannten Nigeria-Connection abgezockt worden. Die Sache lohne sich laut Rack für die Hintermänner schon, wenn nur ein Bruchteil der Hundertausenden Empfänger der Spam zahlt.

Abofallen werden weniger

Seiten mit Rezepten oder Downloads, bei denen man sich im Glauben an eine kostenlose Nutzung anmeldet und dann eine Rechnung für ein Abo erhält, gibt es im Internet nach wie vor zu Hauf. Allerdings ist ein ungewolltes Abo unwirksam, wenn nicht ersichtlich war, dass man überhaupt ein Abo abschließt. Etwa bei einem in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) versteckten Abo-Hinweis. Rack: "Zudem muss jede Bestellung mit einem Klick auf einen Button enden, der ´Zahlungspflichtig´ bestellen", ´Kaufen´ oder ähnlich lautet – das gilt auch für Abos." Seit einiger Zeit sind diese Buttons gesetzlich vorgeschrieben. Laut Rack gebe es seitdem weniger solcher Abofallen.

Nutzer von Singlebörsen, Chats oder Sozialen Netzwerken laufen Gefahr, Opfer des sogenannten Romance-Scamming zu werden. Dabei erstellen Betrüger ein Profil, bauen dann längere Zeit online eine Beziehung zu ihrem Opfer auf, um dann plötzlich um Geld zu bitten - unter einem Vorwand wie einer Operation oder anderen fingierten Notfällen. Wird plötzlich nach Geld gefragt, sollte man also misstrauisch sein - auch bei alten Freunden, denn deren Profile könnten gefälscht oder gehackt sein.

Falsche Onlineshops locken mit Traum-Angeboten

Auch Onlineshops können sich als Falle entpuppen. Bei sogenannten Fake-Shops gibt es nur eine halbwegs professionell wirkende Webseite. "Produktbilder und -informationen sind meist ebenso aus dem Netz kopiert wie Impressum oder AGB", warnt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Gelockt werden Kunden, indem Designerware zu erschwinglichen Preisen angeboten wird oder seltene Produkte oder Ersatzteile im Sortiment enthalten sind. Der Haken: Es sind gar keine oder nur minderwertige Waren.

Die Shop-Betreiber sind nur darauf aus, ihre Opfer per Vorkasse abzukassieren, und haben oft nie die Absicht, überhaupt zu liefern. "Einige Fake-Shops verschwinden nach einiger Zeit wieder aus dem Internet, Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet", erklärt die Verbraucherschützerin. Tipp: Niemals per Vorkasse überweisen und misstrauisch sein bei Preisen, die zu gut sind, um wahr zu sein.

Egal ob Phishing, Malware oder Abofallen. Nutzer sollten niemals unbedacht etwas anklicken. Der gesunde Menschenverstand ist auch beim Surfen im Internet noch der beste Schutz. dhz/dpa

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