Immer mehr Frauen finden im Handwerk ihre Berufung und erklimmen mit Fleiß und Ehrgeiz die Karriereleiter. Veranstaltungen wie der Girls‘Day sollen auch den weiblichen Nachwuchs fürs Handwerk begeistern – denn das Handwerk braucht Frauen und das nicht nur am Weltfrauentag.

Der Anteil weiblicher Azubis im Handwerk nimmt stetig zu - aber noch nicht in allen Handwerksberufen. Bei den Malern und Lackierern ist der Anteil zum Beispiel von acht auf 13 Prozent gestiegen, bei den Tischlern von sechs auf neun Prozent und bei den Schornsteinfegern sind es mittlerweile schon über zehn Prozent. Hingegen tun sich Mädchen mit Bauberufen, dem SHK-Handwerk oder dem Metallhandwerk noch immer schwer. Am Girls‘Day haben Mädchen ab der 5. Klasse deshalb die Gelegenheit, einen Tag lang "männertypische" Berufe kennenzulernen.
26. April ist Girls' Day
In diesem Jahr findet der Girls’Day zum 12. Mal statt und mittlerweile "nutzen auch unglaublich viele Betriebe diesen Tag“, sagt Elisabeth Schöppner, die Projektleiterin der Koordinierungsstelle Girls'Day. Waren es anfangs 39 Unternehmen und knapp 1.800 Mädchen, die teilnahmen, waren es im vergangenen Jahr 9.800 Unternehmen und 125.000 Mädchen. "Insgesamt haben mittlerweile etwa eine Million Mädchen am Girls’Day teilgenommen“, sagt Schöppner.
Auch immer mehr Handwerksbetriebe machen mit, etwa Tischlereinen oder Kfz-Betriebe. Einer der Hauptgründe ist die Suche nach geeignetem Nachwuchs. Ein solcher Girls’Day könne jedoch nur ein erster Schritt sein, so Schöppner. Damit sich der Aufwand lohnt, sollten die Betriebe mit den Mädchen in Kontakt bleiben. "Sie können ihnen zum Beispiel ein Schnupperpraktikum anbieten oder an einem Tag der offenen Tür einladen.“
Aber auch der Imagegewinn sei ein Grund, so die Projektleiterin, warum Betriebe mitmachen. Unternehmer können einen solchen Tag beispielsweise für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen und die lokale Presse einladen. Ein weiterer positiver Effekt: Betriebe, die immer wieder am Girls'Day teilnehmen, scheinen einen besseres Gespür dafür zu entwickeln, wie sie junge Frauen ansprechen müssen, um sie für sich zu begeistern.
Berufe hautnah kennenlernen
Da vor allem auch Mädchen mit Migrationshintergrund immer noch eine Minderheit in vielen handwerklichen oder technischen Berufen sind, wird es Infomaterial zum Girl'Day in neun verschiedenen Sprachen geben. "Das Berufswahlspektrum speziell bei Mädchen mit Migrationshintergrund ist sehr gering", sagt Schöppner. Geringer als bei Schülerinnen ohne Migrationshintergrund. Durch den Girls'Day lernen sie Berufe hautnah kennen und bauen dadaurch auch Vorurteile ab. "Auch immer mehr Mädchen ergreifen Eigeninitiative und suchen sich ihren Betrieb selbst", sagt Schöppner.
Der Girls'Day findet in diesem Jahr am 26. April 2012 statt. Betriebe können sich informieren und anmelden unter girls-day.de .