Kabinett beschließt Reformpaket Lebensversicherung: Garantiezins sinkt

Wer eine Lebensversicherung hat, die bald ausläuft, muss sich voraussichtlich auf eine geringere Auszahlung einstellen als ursprünglich vorgesehen. Das Bundeskabinett hat beschlossen, den Garantiezins und die Bewertungsreserven zu senken.

Die Rendite der Lebensversicherer sinkt und das bekommen auch ihre Kunden zu spüren. Nun soll sogar der Garantiezins fallen. - © Foto: Rudie/Fotolia

Aufgrund sinkender Zinsen haben die Lebensversicherungen in der letzten Zeit stark an Attraktivität verloren. Und die Talfahrt geht weiter. Die Bundesregierung plant zahlreiche Änderungen, die den Gewinn aus dieser Altersvorsorgeform zwar absichern, aber trotzdem schmälern sollen. Das Gesetzespaket ist vom Bundeskabinett beschlossen und geht nun in die parlamentarische Beratung.

Verlierer der Reform sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vor allem diejenigen, die deren Vertrag bald endet oder die demnächst kündigen. Sie sollen weniger stark in den Genuss von "Bewertungsreserven" kommen. Für ausscheidende Kunden ergeben sich dadurch Einbußen, die sich teils auf mehrere tausend Euro summieren könnten.

Weniger Zins und weniger Vertragskosten

Lebensversicherer sollen künftig wieder langfristige Zusagen an ihre Kunden einhalten können, doch dafür sollen ihre Rücklagen auf alle Kunden aufgeteilt werden. Zudem soll der Garantiezins zum 1. Januar 2015 von bisher 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent sinken. In der Vergangenheit bekamen Kunden noch einen Garantiezins von bis zu vier Prozent für das Altersvorsorge-Produkt.

Das Reformpaket sieht außerdem vor, dass Versicherer künftig die Kosten für einen Neuabschluss – vor allem Provisionen für Vertreter und Makler – zu einem geringeren Teil an die Versicherten weiterreichen als bisher. Versicherungskunden würden damit Geld sparen. dpa/dhz

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