Um den sinkenden Bewerberzahlen im Tischler- und Schreinerhandwerk entgegenzuwirken, startet der Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH) im Februar 2010 eine bundesweite Nachwuchskampagne.
"Die Schülerzahlen gehen in den nächsten Jahren dramatisch zurück", sagte Alfred Jacobi, im BHKH-Präsidium zuständig für Berufsbildung, "wir brauchen genügend und geeignete Jugendliche, die eine Ausbildung zum Tischler oder Schreiner machen. Sonst droht unseren Betrieben in zehn Jahren ein massiver Facharbeitermangel".
Die geplante Kampagne soll Jugendlichen auf unkonventionelle und witzige Weise Einblicke in das Gewerk vermitteln. Darüber hinaus soll sie veranschaulichen, dass es sich um einen modernen Beruf handelt, der Spaß bereitet und Anerkennung bringt. Die zunächst auf ein Jahr ausgelegte Kampagne wurde auf der Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit beschlossen.
Jacobi erklärte, dass Tischler und Schreiner ihren Nachwuchs "zu weiten Teilen" aus Haupt- und Realschulen rekrutierten. Laut Kultusministerkonferenz werde die Zahl aller Schüler von 12,3 Millionen im Jahr 2005 auf knapp 10,1 Millionen im Jahr 2020 sinken. Das entspreche einem Rückgang von 17,8 Prozent. Bei Haupt- und Realschulen sei die Tendenz besonders rückläufig. Gab es 2005 noch 238.000 Schüler mit Hauptschulabschluss, werden es 2020 nur noch zirka 160.000 sein – ein Minus von 32,5 Prozent. Die Zahl der Abgänger mit Realschulabschluss werde voraussichtlich um 25 Prozent sinken. "Wir nehmen die Lage sehr ernst", sagte Jacobi angesichts dieser Entwicklung, "deshalb müssen wir handeln."
dhz
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