Telefonieren lenkt vom Autoverkehr ab. Aber nicht nur das: auch Mails und SMS können zur Gefahr werden, wenn der Fahrer lieber liest und tippt statt auf die Straße zu schauen. Verkehrsminister Dobrindt will das Handyverbot am Steuer deshalb ausweiten.

Wer künftig mit dem Handy, dem Tablet oder einem E-Book-Reader in der Hand am Steuer eines Autos erwischt wird, muss mit höheren Geldbußen rechnen. Statt 60 Euro sollen 100 Euro fällig werden, wenn man solche Geräte während der Fahrt nutzt. Bislang gilt das Verbot nur für Handys, doch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will das ändern.
Seine Pläne muss er noch mit den Kabinettsressorts abstimmen, dann kann die Straßenverkehrsordnung entsprechend geändert werden. Das berichtet die "Bild-Zeitung".
Mit Freisprechanlage Handyverbot umgehen
Ausdrücklich untersagt wird auch die Benutzung von Videobrillen. Bei schweren Verstößen gegen das Verbot zur Nutzung all der technischen Kommunikationsgeräte, die Autofahrer ablenken, drohen künftig auch Fahrverbote und Geldbußen von 150 beziehungsweise 200 Euro. Weiterhin erlaubt sein soll allerdings die Nutzung von Sprachsteuerung , Vorlesefunktionen und von sogenannten Head-Up-Displays für Fahrzeug- oder Verkehrszeichen-Informationen. dpa
Handy am Steuer: Fast europaweit verboten
Während der Autofahrt greift man schnell mal zum Handy. Doch wer dabei erwischt wird, darf in Europa ordentlich blechen. In ganz Europa? Fast…
In nahezu ganz Europa dürfen Autofahrer nicht am Steuer mit dem Handy telefonieren. Darauf weist der ADAC hin. Wie in Deutschland darf das Handy auch in anderen Ländern während der Fahrt nicht einmal in die Hand genommen werden. Das gilt beispielsweise für Italien, Niederlande und Belgien. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen.
Alternativen zum Handy
In Deutschland werden für das Telefonieren ohne Freisprechanlage 60 Euro und ein Punkt fällig. In Dänemark sind es 200 Euro, in den Niederlanden sogar 230 Euro. Auch in den südlichen Urlaubsregionen kann es teuer werden. Wer in Italien mit dem Handy am Ohr erwischt wird, muss mindestens 160 Euro zahlen, in Frankreich sind 135 Euro oder mehr fällig. In Österreich fallen 50 Euro Bußgeld an.
Die Alternative für Autofahrer ist eine Freisprecheinrichtung, die in allen europäischen Ländern erlaubt ist. Anders sieht es dagegen mit der Benutzung von Kopfhörern und so genannten Earphones aus. In Spanien beispielsweise darf damit nicht telefoniert werden.
In Verzicht üben
Lediglich in Schweden gibt es kein ausdrückliches Handyverbot . Jedoch können auch hier Bußgelder von bis zu 170 Euro anfallen, sollte der Autofahrer das Mobiltelefon benutzen und dabei durch eine unsichere Fahrweise auffallen oder auf andere Weise die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden. Es handelt sich jedoch immer um eine Einzelfallentscheidung.
Der ADAC empfiehlt im Ausland generell auf das Telefonieren im Auto zu verzichten. Da sich die Straßenverkehrsführung und die Beschilderung im Ausland oftmals stark von der in Deutschland unterscheiden, sollte man jede Form von Ablenkung vermeiden. dhz