Ausblick ist weiter positiv Handwerksbetriebe zeigen sich unbeirrt

Auf Dauer wird sich das Handwerk der konjunkturellen Eintrübung nicht entziehen können. In ihrem Herbstgutachten prognostizieren die Forschungsinstitute für das laufende Jahr einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts um nur noch 0,8 Prozent. Der Boom bei Ausrüstungsgütern erlahmt, am Arbeitsmarkt ziehen Wolken auf. Für einen Lichtblick sorgen indes die robusten privaten Investitionen.

Die Aufträge für Handwerksbetriebe aus den Privathaushalten sind weiter konstant und halten die Wirtschaftslage aufrecht. - © tiero/Fotolia

Unter dem Strich werden die Handwerksumsätze für das laufende Jahr wohl unter dem Rekordergebnis von 2011 liegen. Für die Betriebe ist das aber kein Grund, schwarz zu sehen. Ganz im Gegenteil: 88 Prozent glauben an einen günstigen Geschäftsverlauf, ebenso viele wie im September 2011. Und auch die Personalplanung verrät Optimismus: Nur zehn Prozent wollen im vierten Quartal die Beschäftigung verringern.

Dem Baugewerbe bleibt seine wichtigste Konjunkturstütze erhalten. Nach wie vor fließt das Kapital der Anleger in den "sicheren Hafen" Wohnungsbau. Die positive Entwicklung beschränkt sich aber auf Mehrfamilienhäuser. Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im bisherigen Jahresverlauf seltener genehmigt als 2011.

Licht und Schatten gibt es auch bei nichtprivaten Bauherren. Während mehr Pläne für neue Fabriken und Werkstätten den Behörden vorgelegt wurden, schrumpfte das Volumen öffentlicher Hochbauanträge.

Kauflaune bei privaten Konsumenten gut

Das Handwerk für gewerblichen Bedarf muss mit einer gedämpften Absatzentwicklung rechnen, nachdem die Investitionsgüterkonjunktur in eine schleppende Gangart verfallen ist. Immerhin glaubt der Maschinenbauverband, dass die Branche 2012 ein Produktionsplus von zwei Prozent über die Ziellinie retten kann.

Dem Automarkt fehlen die Impulse. Nur Kleinstwagen und SUVs verzeichnen eine wachsende Nachfrage. Der Handel mit gewerblichen Kunden leidet unter der Investitionsschwäche. 2012 wird die Zahl der Pkw-Neuzulassungen auf voraussichtlich 3,1 Millionen zurückgehen.

Die Handwerke für privaten Bedarfsetzen im Vorweihnachtsgeschäft auf kauffreudige Konsumenten. Steigende Einkommen fangen die Kaufkraftverluste auf, die durch teure Ölprodukte und hohe Stromkosten anfallen. Größere Spielräume zeichnen sich bei der Reallohnentwicklung aber nicht ab. we/los