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Studie: Arbeitsbedingungen Handwerksbetriebe punkten mit Familienfreundlichkeit

Von deutschen Handwerksbetrieben kann sich so mancher Großkonzern etwas abschauen. Wenn es um ein familienfreundliches Arbeitsklima geht, sind Unternehmer aus dem Handwerk fortschrittlich. Das belegt nun auch eine Studie mit Zahlen.

Familienfreundliches Arbeitsklima
Gut, um Mitarbeiter zu binden: Handwerksbetriebe sind besonders familienfreundlich. -

In deutschen Handwerksbetrieben herrscht eine familiäre Grundstimmung. Zu diesem Schluss kommt eine deutschlandweite Studie des Ludwig Fröhler Instituts in München. Die Betriebe bemühen sich, ihren Angestellten ein familienfreundliches Klima zu bieten. Familiäre Verpflichtungen werden akzeptiert, ohne dass daraus ein beruflicher Nachteil entsteht.

Wichtig für Mitarbeiter mit Familie sind vor allem flexible Arbeitszeiten. Diesem Wunsch kommen die Betriebe zum Großteil nach: 86 Prozent bieten ihren Mitarbeitern familienfreundliche Arbeitszeitmodelle an. In einigen Branchen wie im Baugewerbe sind individuell vereinbarte Arbeitszeiten oder Gleitzeiten zwar nicht möglich, doch 46 Prozent der befragten Betriebe bieten ihren Angestellten Arbeitszeitkonten an. Im Gesundheits- und Dienstleistungsgewerbe sowie im Lebensmittelhandwerk gibt es sogar zu 70 Prozent flexible Arbeitszeiten.

Erleichterter Wiedereinstieg in den Beruf

Verschiedene Teilzeitmodelle sind bei großen Handwerksunternehmen Standard und auch 88 Prozent der mittelgroßen Handwerksbetriebe beschäftigen Mitarbeiter in Teilzeit. In kleinen Betrieben gestaltet sich das aufgrund der geringeren Möglichkeiten zusätzliche Mitarbeiter einzustellen etwas schwieriger. Insgesamt liegt die Teilzeitquote im Handwerk bei 19 Prozent.

Besondere Angebote für Mitarbeiter mit Familien sind ebenfalls üblich. 75 Prozent aller Handwerksbetriebe ergreift mindestens eine Maßnahme zur Familienförderung, wie etwa einen erleichterten beruflichen Wiedereinstieg: 25 Prozent bieten eine phasenweise Beschäftigung in der Elternzeit an und 57 Prozent der Unternehmen berücksichtigen familiäre Verpflichtungen bei der betrieblichen Planung. Das Angebot an familienfreundlichen Leistungen nimmt mit der Betriebsgröße deutlich zu. Gerade kleine Betriebe sind aber auf Unterstützung und Förderung angewiesen, damit sie solche Maßnahmen umsetzen können.

Kentzler: Freiwillige Vereinbarungen schaffen

Diese Zahlen sind für Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Beweise dafür, dass es auch ohne gesetzliche Vorgaben geht. "Die Politik muss den Rahmen für freiwillige Vereinbarungen schaffen – gesetzliche Zwänge oder einseitige Rechtsansprüche darf es dagegen nicht geben." Damit Betriebe künftig noch familienfreundlicher werden können, müssen sie aber "auf ein Angebot flexibler Kinderbetreuung zurückgreifen können".

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist ein familienfreundliches Klima in Unternehmen besonders wichtig, um die Mitarbeiter an sich zu binden. Kleine Betrieben können zwar keinen eigenen Kindergarten anbieten, können aufgrund ihrer Größe oft aber flexibler reagieren. sch

Tipps vom Familienministerum und Zentralverband des Deutschen Handwerks, um den Betrieb noch familienfreundlicher zu gestalten.

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