Konjunkturaussichten: Konsum und Wohnungsbau gelten als Taktgeber für das laufende dritte Quartal. Das Handwerk ist weiter im Aufschwung.

Immobilienboom und Kauflaune sind ungebrochen. Die Zinsen bleiben niedrig. Zudem kommt die Euro-Zone als Absatzmarkt für deutsche Erzeugnisse langsam wieder auf die Beine. Genug Gründe fürs Handwerk, optimistisch zu sein. Die jüngsten Rentenbeschlüsse und die durch den Mindestlohn zu erwartenden Umwälzungen am Arbeitsmarkt werden vorerst ausgeblendet.
- Neun von zehn Firmen rechnen mit guten oder zufriedenstellenden Geschäften im Sommer 2014.
- 89 Prozent stellen sich auf mehr oder genauso viele Aufträge wie im Vorquartal ein.
- Jeder zehnte Betrieb will mehr Personal beschäftigen.
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Darunter sollen möglichst viele Berufsanfänger sein. Handwerksfirmen kümmern sich immer engagierter und frühzeitiger um Auszubildende. Gleichwohl reißen Demografie und Akademisierung eine gewaltige Lücke auf. Außergewöhnlich hohe Umsatzzuwächse sind in den Sommermonaten nicht zu erwarten, da die Vorjahresbasis von Nachholeffekten nach oben getrieben wurde. Davon abgesehen kann aber das Baugewerbe seinen weiteren Aufschwung fest einplanen.
Bis April stieg die Zahl der Wohnungsbaufreigaben um sieben Prozent gegenüber 2013. Demnach könnten 2014 bundesweit mehr als 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Auch die Wirtschaft hat die Auftragsvergabe merklich forciert. Es verwundert also nicht, dass das Geschäftsklima bei den Architekten auf einem 20-Jahres-Hoch steht. Während der Neubau brummt, verbessert sich die Energieeffizienz im Gebäudebestand in bescheidenem Tempo. Es fehlt an steuerpolitischen Anreizen.
Intensiver Wettbewerb
Die Aussichten für die verbrauchsnahen Handwerksbereiche und den Autohandel sind ebenfalls gut. Allenfalls eine massive Verteuerung der Energiepreise würde den Konsum empfindlich bremsen.
Darüber hinaus wird sich die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern im Sommer beschleunigen. Das metallverarbeitende Handwerk darf darauf hoffen, dass der intensive Wettbewerb nicht mehr in erster Linie über den Preis ausgetragen wird. we/los