Grüne: "E-Auto-Prämie ist ein Rohrkrepierer"
Autobauer planen gemeinsames Ladesäulennetz für Elektroautos
Im Juli 2016 hat die Bundesregierung die Kaufprämie für Elektroautos eingeführt. Laut den Grünen kommt diese jedoch gar nicht bei den Käufern an und die Wirkung verpufft. Um den Absatz von E-Fahrzeugen anzukurbeln, planen die deutschen Autohersteller nun zusammen ein Netz von Ladesäulen – nach dem Vorbild von Tesla.
D er Verkauf von E-Autos in Deutschland läuft nur schleppend. Um diesen Anzukurbeln planen die großen deutschen Autohersteller und Ford nun den gemeinsamen Bau von Schnellladestationen für Elektroautos. Ab 2017 sollen in einem ersten Schritt 400 Schnellladestationen entlang der großen Verkehrsachsen in Europa entstehen.
Bis 2020 sollen tausende Ladestationen errichtet werden
Bis 2020 sollen es dann schon Tausende Stationen sein. Daimler, BMW, der Volkswagen-Konzern mit seinen Töchtern Audi und Porsche sowie der US-Autobauer Ford unterschrieben eine Absichtserklärung für das entsprechende Gemeinschaftsprojekt.
Das Vorhaben läuft parallel zu den Plänen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), 400 Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge an Autobahn-Raststätten aufzustellen. Zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur stellt der Bund 300 Millionen Euro bis 2020 zur Verfügung - davon zwei Drittel für Schnellladesäulen.
Tesla als Beispiel
Die Autobauer folgen damit dem Beispiel des E-Auto-Pioniers Tesla, der weltweit bereits mehr als 700 Ladestationen mit fast 5.000 einzelnen Ladeplätzen betreibt. Den Tesla-Kunden wurde der Strom bislang geschenkt. Das ändert sich aber im kommenden Jahr - zumindest für Neukunden.
Preise für die Ladestationen der deutschen Autohersteller stünden aktuell noch nicht fest, weil dies noch mit Energieversorgern festgelegt werde müsse, sagte ein Daimler-Sprecher. Es sei aus jetziger Sicht aber eher nicht geplant, den Strom kostenlos abzugeben.
Laden binnen weniger Minuten
Die Stationen der deutschen Autobauer sollen für CCS-Stecker ("Combined Charging System") ausgelegt sein und eine Leistung von 350 Kilowatt unterstützen. E-Auto-Batterien sollen dort binnen weniger Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden können. Zum Vergleich: An einer Steckdose in der eigenen Garage dauert das Laden einer herkömmlichen Elektroauto-Batterie sieben bis acht Stunden.
Neben dem hohen Preis gilt vor allem das dünne Ladenetz als bisher wichtigster Grund für den schleppenden Verkauf von Elektroautos.
Die wohl erste Erfindung der Menschheit: Der Faustkeil gilt wegen seiner Vielseitigkeit auch als "Schweizer Taschenmesser" der Steinzeit. Die ältesten Funde sollen circa 1,75 Mio. Jahre alt sein.
Klebstoff ist für Heimwerker heute unverzichtbar. Der wohl erste verwendete Klebstoff wurde aus Birkenrinde gewonnen, das so genannte "Birkenpech". Sein Alter wird auf etwa 220.000 Jahre datiert.
Die Baubranche ist abhängig von Beton. Der Verbundstoff besteht aus Zement (Kalkstein, Ton) und Sand/Kies sowie Wasser. Seine Erfindung wird auf um 150 v. Chr. eingeordnet.
Ohne es gäbe es keine Zeitungen oder Bücher - Papier ist für die kulturelle Entwicklung der Menschheit eine der wichtigsten Errungenschaften. Papier wurde um 140 v. Chr. erfunden.
Und noch eine prägende kulturelle Erfindung. Die Erfindung des modernen Buchdruckes wird dem Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts zugeschrieben. Vorläufer gab es aber bereits um das Jahr 1041.
Zeit ist ein wichtiges Gut und Uhren für viele ein ständiger Begleiter. Nachweise einer mechanischen Räderuhr mit mechanischer Hemmung finden sich im um das Jahr 1280.
Die Sehkorrektur mit der Erfindung der Brille geht auf Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Die Kontaktlinsen setzten sich erst Ende des 20. Jahrhunderts in der Masse durch.
Die Dampfmaschine als Fahrzeugantrieb ist heute weitgehend dem Verbrennungsmotor gewichen. Ihre Erfindung ist trotzdem revolutionär. James Watt meldete 1769 ein Patent an. Einen Vorläufer gab es aber schon 1712 von Thomas Newcomen.
Die Deutsche Bahn ist nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt. Trotzdem vertrauen bis heute Millionen Pendler auf den Bahnverkehr. Sie entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts
Die Kameranutzung hat sich in den letzten Jahren durch den Einzug der Smartphones stark verändert. Richtige Fotografen vertrauen aber immer noch auf vollwertige Kameras. 1826 schafft es Joseph Nicéphore Nièpce als erster mit einer Camera obscura die bis heute erhaltene Fotografie La cour du domaine du Gras zu erzeugen.
Gummi ist einer der vielseitigsten Werkstoffe überhaupt und kommt in fast allen Bereichen zum Einsatz. Das elastische Material entsteht durch Vulkanisation. Der genannte Vorgang wurde 1839 von Charles Goodyear entdeckt.
Werden codierte Nachrichten über eine Distanz transportiert, ohne dass sie zum Beispiel wie bei der Briefpost überbracht werden, ist von Telegraphie die Rede. Samuel Morse patentierte 1840 den Schreibtelegraf, auch bekannt als Morseapparat.
In rund acht Stunden von Frankfurt nach New York. In so kurzer Zeit so große Distanzen zu überwinden, wurde erst durch die Erfindung des Flugzeugs möglich. Einer der großen Flugpioniere war Otto Lilienthal (1848–1896). Er entwickelte erfolgreiche Gleitflugzeuge.
Der VW-Skandal wirft dieser Tage ein schlechtes Licht auf die Autoindustrie. Trotzdem ist das Automobil eine der wichtigsten Errungenschaften der Mobilität und bis heute für viele unverzichtbar.
Mit Freunden auf der ganzen Welt reden ohne anwesend zu sein – die Erfindung des Telefons hat es ermöglicht. Wer es erfunden hat, ist allerdings bis heute umstritten. Zu den Anwärtern gehört auch der deutsche Johann Philipp Reis.
Wer heute etwas in seinem Haus erledigen möchte, ist von der Tageszeit völlig unabhängig. Geht die Sonne unter wird einfach das Licht eingeschaltet. 1879 erfand der patentfreudige Thomas Alva Edison die Kohlefaden-Glühlampe.
Eine bahnbrechende Errungenschaft für die Medizin ist das Röntgenverfahren. Die Erfindung geht zurück auf Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 in Würzburg die unsichtbaren Strahlen entdeckte.
Bevor der Fernseher in die Wohnzimmer kam, war das Radio Mittelpunkt deutscher Wohnzimmerabende. Als Grundlage des drahtlosen Rundfunks diente die Erfindung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1886.
Im Jahr 2015 ist es vielleicht immer noch die wichtigste Erfindung der Welt. Der Computer hat das gesellschaftliche Leben nachhaltig verändert. Inzwischen ist die ganze Welt durch sie vernetzt. Erfunden hat den Computer aber nicht Bill Gates oder Steve Jobs, sondern der deutsche Konrad Zuse (1941).
Der "Sputnik-Schock" steht heute in den Geschichtsbüchern. Am 4. Oktober 1957 schickten die Russen den ersten künstlichen Erdsatellit in die Umlaufbahn.
3D-Druck ist einer der aktuellen Industrietrends. Ganze Objekte könnten inzwischen gedruckt werden. Eigentlich ist die Technik aber gar nicht so neu, sondern stammt bereits aus dem Jahr 1986.
Wer heute vom Internet spricht meint das World Wide Web. Für Konzerne wie Facebook und Google ist es die Geschäftsgrundlage. Als Begründer gilt Tim Berners-Lee. Das World Wide Web entstand 1989 als Projekt an der Forschungseinrichtung CERN.
Die Schrift hat schon tausende Jahre v. Chr. das Festhalten der Sprache möglich gemacht. Aus der Welt ist sie nicht wegzudenken. Ägyptische Hieroglyphen sind eine der ältesten Schriften.
Menschen auf dem Mond: Nur dank der Erfindung der Rakete konnte aus Science-Fiction Realität werden. Der erste Raketenstart soll allerdings schon viel früher, im Jahr 1232 in China stattgefunden haben.
Feuer ist ein wichtiger Energielieferant und schenkt Wärme. Feuersteine wurden als "steinzeitliches Feuerzeug" zum Funken herausschlagen verwendet. Die ältesten Belege sind etwa 790.000 Jahre alt.
Grüne kritisieren Kaufprämie für E-Autos
Um den Absatz von E-Autos anzukurbeln hatte die Bundesregierung im Juli 2015 eine Kaufprämie eingeführt. Diese kommt jedoch laut den Grünen gar nicht bei den Kunden an. Ihre Kritik: Die Anreize würden verpuffen. "Die Kaufprämie für E-Autos der Bundesregierung ist ein Rohrkrepierer, weil sie gar nicht bei den Käufern ankommt", sagt Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. "Faktisch kosten E-Autos das Gleiche wie vorher, weil die Prämie bei den Händlern hängenbleibt."
Bundeswirtschaftsministerium prüft Bedenken der Grünen
Das Bundeswirtschaftsministerium antwortete auf eine Anfrage der Partei, man sei Meldungen nachgegangen, wonach Endkundenpreise für geförderte Elektroautos durch den "Umweltbonus" kaum gesunken seien. Die Meldungen seien aber "dem Anschein nach nicht repräsentativ" gewesen.
Das Ministerium erläuterte, dass Autohersteller nur im Direktvertrieb den vorgeschriebenen Eigenanteil an der Prämie direkt in der Rechnung für den Kunden abziehen könnten. "Beim Vertriebsmodell hingegen ist eine Einflussnahme des Herstellers auf die Preissetzung beim Automobilhändler wettbewerbsrechtlich untersagt", so das Bundeswirtschaftsministerium.
Die Prämie von insgesamt 4.000 Euro für reine E-Autos mit Batterie gibt es für Kunden nur, wenn der Hersteller wie der Staat 2.000 Euro davon trägt. Der Hersteller halte die Zusage ein, "sofern er seinen Anteil am Nettolistenpreis abzieht, da er in der Regel keinen direkten Einfluss auf die Händlerpreise hat und Händler frei in der Preisgestaltung sind", heißt es in der Ministeriumsantwort. Einzelne Händler hätten vorab befristet eigene Preisnachlässe gewährt.
Grüne: "Prämie handwerklich versemmelt"
Die Grünen kritisieren, die Prämie sei "handwerklich versemmelt". Entweder sei das Rabattsystem der Händler nicht berücksichtigt worden oder die Prämie sei von vornherein einzig als Subvention für die Hersteller angelegt gewesen, so Kirschner. Bislang gingen beim zuständigen Bundesamt Bafa bis Ende Oktober knapp 5.800 Anträge für eine 4.000-Euro-Prämie ein.
Verbraucherschützer erwarten Kostensturz bei Elektroautos
Eine gute Nachricht: Die Kosten für Elektroautos könnten in den nächsten Jahren deutlich sinken und sich an Autos mit herkömmlichem Verbrennungsmotor anpassen. Dies setzt allerdings entsprechende Vorgaben des Gesetzgebers voraus. Ermittelt hat dies eine Studie, die vom europäischen Verbraucherschutzverband Beuc in Auftrag gegeben wurde
Der Untersuchung zufolge wäre es möglich, dass 2024 die durchschnittlichen Kosten für die ersten vier Jahre ungefähr denen eines Benziners entsprechen. Eingerechnet sind dabei unter anderem der Kaufpreis, der Erlös durch einen eventuellen Wiederverkauf, Kraftstoff, Wartung, Versicherung und Steuern. Derzeit liegen die Kosten für Elektroautos über die ersten vier Jahren um mehrere Tausend Euro höher als bei Wagen mit Dieselantrieb.
Auch bei Benzin- und Dieselautos enormes Sparpotential
Auch bei Benzin- und Dieselautos sieht die Studie großes Einsparpotenzial. Mit verbrauchsarmen Technologien können Eigentümer im Jahr 2025 demzufolge über die Lebensdauer des Wagens zwischen 4.400 und 9.400 Euro sparen im Vergleich zu 2015.
Die Autobauer werden die nötigen Technologien nach Einschätzung der Studie jedoch nur rasch genug vorantreiben, wenn es entsprechende Vorgaben des Gesetzgebers gibt. Der CO2-Ausstoß pro Kilometer dürfte dann im Flottendurchschnitt der Hersteller im Jahr 2025 höchstens bei 70 Gramm liegen, 2030 bei 45 Gramm. Staatliche Kaufprämien seien auf die Dauer nicht mehr nötig, Steuervorteile sollten demnach als Kaufanreize reichen. Derzeit sehen EU-Vorgaben für Neuwagen ab 2021 lediglich eine Obergrenze von 95 Gramm CO2 pro Kilometer vor.
VW, Daimler, Audi, Porsche: Elektroautos kommen in den nächsten Jahren
Nachdem BMW mit dem i3 in Sachen Elektroauto bereits ein Modell auf dem Markt hat, soll Audis Elektro-SUV 2018 in Serie gehen. 2019 folgt das erste E-Auto von Daimlers Strommarke EQ. Porsches "Mission E" soll bis Ende des Jahrzehnts am Markt sein, Volkswagens Kompaktmodell ID um das Jahr 2020. end/dpa