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Lebendige Erinnerungen Grabsteine mit QR-Codes führen zur digitalen Biographie

Einen Fernseher in einen Grabstein einbauen – das war eine der Ideen von Andreas Rosenkranz, als er 1990 die Meisterschule abschloss: "Ich möchte Grabsteine lebendig gestalten." Heute hat der Steinmetz- und Steinbildhauermeister aus Köln-Ehrenfeld eine stilvolle Lösung entwickelt: QR-Codes auf Grabsteinen.

Grabstein mit QR-Code
Der erste Grabstein, den Steinmetz Andreas Rosenkranz mit einem integrierten QR-Code in Naturstein gefertigt hat. - ©

"Wer seine ewige Ruhe haben möchte, der bleibt eben offline", sagt Steinbildhauermeister Andreas Rosenkranz. Für alle anderen, die mehr Informationen als Name, Geburts- und Todesdatum auf dem Grabstein verewigen wollen, entwickelt er seit 2011 eine digitale Lösung: Mit einer Sandstrahltechnik arbeitet er QR-Codes in Grabmale ein.

Über die Quick Response Codes, kurz QR-Codes, können Angehörige auf eine Internetseite mit Informationen über den Verstorbenen oder ein Kondolenzbuch verlinken. Wer die Markierung mit einem Smartphone fotografiert, findet die Website.

Der Code sieht nach dem Entwurf von Rosenkranz allerdings nicht aus wie die kleinen Felder auf Plakaten oder Produktverpackungen. Sie sind in das Design des Grabsteins, zum Beispiel eine Kreuzform, eingearbeitet.

Bleibende Verlinkung durch Gravur

"Falls der Trend zum Aufkleben einer QR-Plakette geht, werde ich nicht mitmachen. Das ist der Sache nicht angemessen", sagt Rosenkranz. Für die Grabmale verwendet er ausschließlich Natursteine. Die Codes fügt er mit einem Sandstrahlverfahren ein und macht sie schließlich mit Farbe kontrastreich sichtbar.

Der Idee des Steinmetzes kommen auch zwei andere Entwicklungen entgegen. Der Platz für Informationen auf den Grabsteinen wird kleiner, da immer mehr Menschen ein Urnengrab wählen. Gleichzeitig bieten immer mehr Zeitungen zu einer Todesanzeige auch ein Portal im Internet an, auf denen Trauernde Gedenken können.

Bis QR-Codes auf Gräbern üblich werden, wird es noch dauern. Einige Behörden diskutieren, ob die Technik auf dem Friedhof angemessen ist. Fraglich ist, ob die Inhalte auf den Internetseiten kontrolliert werden sollen und sie die Friedhofsruhe stören könnten.

Steinmetz Rosenkranz geht damit gelassen um: "Es gibt Bedenken, dass hörbare Inhalte die Friedhofsruhe stören könnten – dabei gibt es doch zu jedem Smartphone Kopfhörer."

Weiter Informationen zu den QR-Codes gibt es auf Grabstein.info, Grabmal.info und Steinart.de.

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