Glasbläser klagen über Billigwaren aus Fernost - Branche - deutsche handwerks zeitung

Branche - 01.01.2005

Branche

Glasbläser klagen über Billigwaren aus Fernost

Die deutschen Glasbläser beklagen eine "Marktschwemme" mit Billigwaren aus Fernost. Diese Waren führten zum Preisverfall im deutschen Handwerk und gefährdeten die Glasbläserei in Deutschland, sagt der Vorsitzende des Glasbläserverbandes, Konstantin Kraft.

Das deutsche Glasbläserhandwerk kämpft gegen die Billigwaren aus Fernost. Foto: ddp

Ein handgemachtes Weinglas aus Deutschland koste im Schnitt um die 25 Euro, sagte Kraft. Das sei ein vielfach höherer Preis im Vergleich zu den maschinell hergestellten Massenprodukten aus dem Ausland. Angesichts der Preisspanne seien kaum noch potenzielle Käufer bereit, mehr für handgemachte Artikel auszugeben. Zudem werde auch die Handwerkskunst immer weniger "wertgeschätzt".

"Die Käufer von Kunsthandwerk haben kein Verständnis für die Preise mehr", bedauerte der Verbandsvorsitzende. Darüber hinaus trage eine Reihe von Handwerkern selbst zum Verlust des Ansehens bei. "Ein Dorn im Auge des Verbandes" sind laut Kraft Glasbläser, die auf Marktschauen ein Kunsthandwerk "vorgaukeln", dann aber am Verkaufsstand "billige Handelsware" anböten.

Es werde immer schwieriger, von der Glasbläserei zu leben, die als Kunsthandwerk betrieben werde. Deshalb nehme die Zahl der hauptberuflich arbeitenden Glasbläser ab. "Nur sehr wenige Kunstglasbläser gibt es noch, die wirklich damit ihren Lebensunterhalt verdienen", sagte Kraft. Zunehmend werde die Glasbläserei nebenberuflich betrieben.

Kraft schätzt, dass es nur noch 2.500 Glasbläser in Deutschland gibt. Vor rund 100 Jahren seien es noch 10.000 gewesen.

ddp

 
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2012
Alle Rechte vorbehalten

Kommentare und Bewertungen Kommentar verfassen

Durchschnittliche Bewertung dieses Artikels:
starstarstarstarstar
(0 Bewertungen)
Ihre Bewertung dieses Artikels:

Zum Bewerten klicken Sie bitte auf die Sterne

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar

Umfrage

Solarkürzung: Soll sie kommen oder nicht?

Lexika

Web 2.0

Der Begriff "Web 2.0" entstand im Zusammenhang mit einer Konferenz gleichen Namens, die der amerikanische Verleger und IT-Experte Tim O'Reilly ins Leben rief.

Meinung

Letzter Hoffnungsanker Gelddrucken?

Die deutsche Wirtschaft und der deutsche Steuerzahler müssen sich wohl damit abfinden, mit noch größeren Beträgen für die Schulden klammer Euro-Partnerländer haften zu müssen. Statt Schuldenabbau also neue Schuldenberge? Dies scheint der bittere, gemeinsame Nenner der Wahlen in Frankreich und Griechenland zu sein. Von Hajo Friedrich

Steuerarchiv

 
Alle täglichen Steuertipps zum Nachlesen im Archiv.

Reise

Nur nicht nach unten schauen!

Das Rofangebirge am Achensee, ideal für Profis und Einsteiger. Und nach einer spannenden Tour mit Helm, Klettergurt und Karabinerhaken kommt die Erkenntnis: Bergsteigen ist kein Klacks. Von Raimund Haser

Newsletter

DHZ-Aktuell

Termine

26.05.2012 - 29.05.2012
ENVER
28.05.2012 - 02.06.2012
BIEMH
28.05.2012 - 01.06.2012
METALLOOBRABOTKA