Preise drücken und zu viel Bürokratie – die Kleinbetriebe der Gesundheitshandwerke haben ihr liebe Müh' mit den gesetzlichen Krankenkassen. Die spielen ihre Marktmacht immer mehr aus.

Die mächtigen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bringen die Gesundheitshandwerke immer mehr unter Druck. "Wegen der immer stärkeren Fusionsbemühungen in den GKV stehen die Kleinbetriebe er Gesundheitshandwerke in Vertragsverhandlungen oft auf verlorenem Posten", sagte Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker, auf der Internationalen Handwerksmesse.
Während es vor zehn Jahren noch mehr als 1.000 Krankenkassen gegeben habe, seien es heute noch nur 130. Diese 130 GKV geben laut Frickel ihr Verhandlungsmandat oft ihre Bundesverbände ab, die dann enorme Marktmacht bekommen.
Frickel will indes an den Kollektivverträgen festhalten, weil sie für Versorgungssicherheit und Versorgungsstabilität stünden.
Jede Menge Bürokratie
Damit ist das Problem der Bürokratie durch die GKV aber noch nicht beseitigt. Für jedes Hörgerät sind zwölf Formulare an die GKV auszufüllen.
Auch Matthias Bauche vom Bundesinnungsverband Orthopädietechnik fordert, dass die Politik endlich vernünftige Rahmenbedingungen schafft. Die jetzige Situation sei auf Sicht weder finanzierbar noch umsetzbar.
Werner Dierolf, Präsident Zentralverband Orthopädieschuhtechnik, fordert ein Schiedsgericht. "Wenn die Gegenseite, der Kostenträger, und drücken will und uns dann hinauswirft, müssen wir einen Mediator anrufen können."