E-Bilanz Unternehmen droht Mehraufwand

Das Handwerk pocht auf eine Verlängerung der Übergangsfristen bei der elektronischen Bilanz. Da Unternehmen erheblicher Mehraufwand droht, wären weitere Vereinfachungen nötig, mahnt der ZDH. Die Betriebe ruft er auf, sich frühzeitig mit dem Thema "E-Bilanz" zu befassen.

Karin Birk

Seit 1. Januar 2013 gilt ist die E-Bilanz: Betriebe müssen sich jetzt umstellen. - © Quelle: publicorange

"Manche Handwerksunternehmen stehen vor erheblichen Umsetzungsproblemen", warnt Matthias Lefarth, Steuerabteilungsleiter des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Den Betrieben wäre laut ZDH geholfen, wenn Sie auch das Jahr 2013 noch zur Umstellung nutzen könnten. Gleichwohl rät Lefarth den Betrieben, die Umstellung nicht auf die lange Bank zu schieben.

Der Grund: Mit der so genannten E-Bilanz müssen die Unternehmen die Daten nicht nur elektronisch versenden, sie müssen sie auch detaillierter aufschlüsseln und ihre Buchführung schon zu Beginn des Berichtsjahres entsprechend umstellen.

Auch der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP), befürchtet eine Überforderung kleiner Betriebe. "Wir wollen die E-Bilanz. Doch der Aufwand muss eins zu eins mit der Papierbilanz sein", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium der Deutschen Handwerks Zeitung. Er werde in den anstehenden Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium hart bleiben.

Ministerium will an Zeitplan festhalten

Nach den Plänen aus dem Jahr 2008 sollte die E-Bilanz schon für den Jahresabschluss 2011 gelten. Dann wurde daraus 2012. Und weil die Tücke im Detail liegt, wurde Ende 2011 die "Nichtbeanstandungsregelung" eingeführt. Dies bedeutet nichts anderes, als dass auch Bilanzen für 2012, die in Papierform abgegeben werden, nicht beanstandet werden.

Jetzt wäre es Burgbacher und den Spitzenverbänden der Wirtschaft am liebsten, wenn die Frist auf 2013 ausgedehnt würde. So käme die Pflicht zur E-Bilanz erst mit dem Abschluss 2014.

Im Bundesfinanzministerium will man dagegen am Zeitplan festhalten: Spätestens im Jahr 2013 beziehungsweise 2013/14 werde die E-Bilanz verpflichtend, heißt es auf Anfrage aus dem Ministerium. Denn für den parlamentarischen Staatssekretär Hartmut Koschyk (CSU) ist die Sache klar: "Mit der E-Bilanz macht Deutschland einen Quantensprung bei der Modernisierung der Prozesse rund um die Erklärung und Festsetzung von Unternehmenssteuern." Davon profitierten Unternehmen und Verwaltung gleichermaßen. "Es werden doppelte Arbeiten und Übertragungsfehler vermieden", sagte Koschyk der Deutschen Handwerks Zeitung.

Betriebe müssen sich jetzt vorbereiten

Die Finanzverwaltung möchte möglichst genaue Angaben, um spätere Betriebsprüfungen vereinfachen zu können. Der Wirtschaft gehen die Anforderungen aber zu weit. Nach einem Probelauf waren die Zahl der so genannten Muss-Felder schon verringert und Auffangpositionen für nicht aufzuschlüsselnde Sammelbuchungen eingerichtet worden.

Doch das Bundesfinanzministerium will die Auffangpositionen nach fünf bis sechs Jahren wieder auflösen. Und auf Nachfrage hieß es dazu eher verklausuliert: Auffangpositionen würden auch künftig zur Verfügung stehen, um "im Fluss einer dynamischen Rechtsentwicklung weiche Übergänge auf neue Rechtssituationen zu schaffen". Für die Wirtschaft und ihre Vertreter ist das nicht klar genug: "Die Auffangpositionen sollen nicht befristet, sondern dauerhaft gelten", fordert Burgbacher.

Auch der Präsident der Steuerberaterkammer, Horst Vinken, hält dies für wichtig, allerdings rechnet er nicht mehr mit einem weiteren Aufschub: "Ich glaube nicht, das es noch einmal verschoben wird", sagte Vinken. "Wir diskutieren schon seit vier Jahren über die E-Bilanz. Wichtig für die Akzeptanz ist allerdings, dass die Auffangpositionen dauerhaft erhalten bleiben." Die Unternehmen hätten immer noch ein gutes halbes Jahr Zeit, sich auf die neue Lage vorzubereiten.

Besonders für mittelständische Firmen, die die monatliche Buchhaltung selbst machen, wird der Aufwand größer: Sie müssen die Umstellung sauber hinbekommen, die erforderliche Software einpflegen, Mitarbeiter intern schulen. Hinzu kommt der Zuwachs an Positionen. Das Finanzministerium hofft dennoch, dass der Aufwand letztlich geringer wird, weil nicht mehr mühsam ganze Pakete an Papier an die Finanzämter versendet werden müssen.