Eurokrise Deutschland, Europa und die Hilfen für Griechenland

Schon seit Anfang 2010 ist die griechische Finanzmisere in der deutschen und europäischen Politik ein Thema. Hier ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen bis heute.

  • 25. März 2010: Die Staats- und Regierungschefs des Euroraums einigen sich auf ein 110 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Athen in Form bilateraler Kredite. Der deutsche Anteil beträgt 22,4 Milliarden Euro. Am 2. Mai schließt Griechenland mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Kommission eine Vereinbarung über die Details.
  • 7. Mai 2010: Bundestag und Bundesrat verabschieden das deutsche Gesetz zur Griechenland-Hilfe. Am selben Tag einigen sich die Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel darauf, dass ein Euro-Rettungsschirm eingerichtet werden soll.
  • 12. Mai 2010: Der IWF zahlt eine erste Kredittranche an Athen aus. Am 18. Mai überweisen auch die Euroländer Geld an Griechenland. Die zweite Auszahlung folgt im September.
  • 21. Mai 2010: Bundestag und Bundesrat geben grünes Licht für die deutsche Beteiligung am Rettungsschirm EFSF. Am 7. Juni wird die Zweckgesellschaft offiziell gegründet.
  • 29. Oktober 2010: Die Staats- und Regierungschefs beschließen, dass ein dauerhafter Rettungsschirm eingerichtet werden soll. Die nötigen Vertragsänderungen werden im Dezember beschlossen.
  • 2011: Während am neuen, dauerhaften Rettungsschirm ESM gebastelt wird, folgen weitere bilaterale Auszahlungen an Griechenland.
  • 29. September 2011: Der Bundestag stimmt einer Ausweitung des EFSF zu, am nächsten Tag folgt die Zustimmung des Bundesrats. Damit liegen die deutschen Garantien für den EFSF nun bei rund 211 Milliarden Euro.
  • 26. Oktober 2011: Die Eurostaaten einigen sich mit Vertretern der Finanzbranche grundsätzlich auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland.
  • 20. Februar 2012: Die Eurogruppe einigt sich auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Dieses soll nicht wie das erste über bilaterale Kredite, sondern über den EFSF laufen. Athen soll maximal 130 Milliarden Euro an neuen Krediten bekommen.
  • 27. Februar 2012: Der Bundestag winkt das zweite Hilfspaket für Griechenland durch, mit dem sich Athen auch zur Einhaltung von Spar- und Reformzielen verpflichtet.
  • 24. August 2012: Der neue griechische Ministerpräsident Antonis Samaras besucht Berlin und wirbt für eine Lockerung der Auflagen: Sein Land brauche "Zeit zum Atmen".
  • 9. Oktober 2012: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht Athen.
  • 12. November: Die Eurogruppe will Athen zwei Jahre mehr Zeit zum Erreichen der Sparziele geben, die Rechnung von 32 Milliarden Euro aber den Griechen selbst aufbürden. Über die Finanzierung des Landes, und wann es seine Schulden wieder selbst tragen muss, wird weiter heftig mit dem IWF gestritten.
  • 27. November: Die Eurogruppe einigt sich prinzipiell auf die Freigabe von 44 Milliarden Euro an Notkrediten für Athen. Die klaffende Finanzierungslücke bis 2014 soll mit Zinssenkungen, Kreditstundungen, Gewinnen aus dem EZB-Anleihenkaufprogramm sowie einem griechischen Schuldenrückkauf gestopft werden. Bis 2020 soll die Schuldenlast Athens auf 124 statt derzeit 180 Prozent sinken.
  • 13. Dezember: Die Eurogruppe gibt nach langer Verzögerung wegen des Reformstillstands in Athen endlich die nächste Milliardentranche für Griechenland frei.
  • 8. Januar 2013: Samaras ist zu Gast bei Kanzlerin Merkel in Berlin und beteuert den griechischen Reformwillen. dapd