Adriano Colle gewinnt mit Eis "Gewürze des Orients" Deutscher Eis-Meister fährt zur WM

Mit der Eissorte "Gewürze des Orients" hat Adriano Colle in Berlin die deutsche Eismeisterschaft gewonnen. Der Betreiber des Eiscafés Venezia in Kempten fährt nun vom 5. bis 7. September zur Eis-WM nach Rimini.

Melanie Höhn

Mit Herz und Seele gemacht: Adriano Colle mit seinem Sieger-Eis "Gewürze des Orients". - © Foto: Dino Buffagni

Die Eissorte "Gewürze des Orients" hat Adriano Colle den Sieg gebracht. Der Betreiber des Eiscafés Venezia in Kempten darf sich von nun an "deutscher Eismeister" nennen. "Das ist ein Eis, da ist mein Herz drin. Ein Eis mit Seele", sagt Colle über seine Kreation.

Der 42-Jährige setzte sich gegen die 15 besten handwerklichen Speiseeishersteller durch. Sie alle kämpften Ende August auf dem Berliner Alexanderplatz um die Teilnahme an der Eis-WM in Rimini. Von einer Fachjury wurden sie aus fast 200 Bewerbern ausgewählt. "Jedes Team half dem anderen. Es war eine schöne Zusammenarbeit – wie eine große Familie", lobt er den Vorentscheid.

6.000 Kilo Eis in drei Tagen vor 95.000 Besuchern

Alle Eiskonditoren stellten in der Hauptstadt drei Tage lang 6.000 Kilo Eis vor den Augen der Zuschauer her. Die 95.000 Besucher und Fachleute konnten die eigens kreierten Geschmacksrichtungen der Eiskünstler probieren und abstimmen.

Eis ist beliebt bei den Deutschen: 2013 wurden durchschnittlich 7,8 Liter verspeist – damit liegt Deutschland knapp vor Italien. In Skandinavien schleckten die Menschen sogar zehn Liter Eis im Jahr.

In Berlin wurde Colle von seiner ältesten Tochter Elisabetta unterstützt, um seine Eismischung aus ­Joghurt, Zimt und Kakao zu produzieren. "Ich fange jetzt langsam an, das zu verarbeiten", sagt er über seinen süßen Sieg. Colles Vater war bereits Eismacher – der gebürtige Italiener führt die Familientradition schon in der vierten Generation fort.

Der Eiskonditor wollte mit seinem Rezept etwas Neues kreieren. In seinem Kemptener Eiscafé hatte er die Gewinnersorte schon vorher erprobt. "Um die Rezeptur zu verfeinern, habe ich mir in den letzten zwei Monaten Feedback von meinen Kunden geholt", sagt er. Mit der Zeit kamen zum ursprünglichen Joghurt-Zimt-Kakao-Eis noch Kardamon, Honig und Pistanzienkerne hinzu. "Das Beste ist, immer mit den Kunden zu kommunizieren. Zum Glück war die Resonanz in Berlin so gut wie in Kempten", freut er sich.

Plätze zwei und drei dürfen auch nach Rimini

Auf Platz zwei landete Marco Vazzola aus dem rheinland-pfälzischen Birkenfeld mit seiner "Haselnuss-Herz"-Eiskrem. Den dritten Platz belegte der Ostfriese Frerk Veen von der "Kleinen Borkumer Eismacherei" mit seinem Zitronen-Limetteneis "Exotischer Sommertraum".

Die beiden Eiskonditoren gehen nun mit Adriano Colle vom 5. bis 7. September als deutsche Teilnehmer bei der Eis-WM in Rimini an den Start. Insgesamt treten dort 18 Bewerber aus Deutschland, Australien, Spanien, den Arabischen Emiraten und den USA an, um den Titel "World’s Best Gelato" für die weltbeste Eissorte zu bekommen. Die Veranstaltung wird von der Carpigiani Gelato University und der internationalen Fachmesse für das Eis-, Konditoren- und Bäckerhandwerk (Sigep) organisiert.

Colle wird dann wieder mit seinen "Gewürzen des Orients" an den Start gehen. Er hofft, dass einer der drei deutschen Teilnehmer den Titel holt. "Vor allem in dem Jahr, in dem wir Weltmeister geworden sind. Ich glaube, wir haben gute Chancen", sagt er und fügt hinzu: "Ich habe den Vorteil, dass ich italienisch sprechen kann. Denn man muss den Menschen dort auch vermitteln, wie das Eis zustande gekommen ist.“