Ehrenamt Coaching für freiwillige Helfer

Ob Spenden sammeln, Geld verwalten oder einen eigenen Internetauftritt erstellen – wer sich ehrenamtlich engagiert braucht Fachwissen. Eine Initiative unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Merkel bietet Beratung für Ehrenamtliche.

Christina Geimer

Bundeskanzlerin Angela Merkel vergab einen Sonderpreis an das Berliner Projekt Ritas Häkelclub. Türkische Frauen stellen Häkelaccessoires für ein Modelabel her. - © Startsocial e.V.

Mit einem dreimonatigen Beratungsstipendium unterstützt der Verein Startsocial ehrenamtliche Projekte. Ein solches Coaching bekommen jedes Jahr 100 Initiativen. Die 25 vielversprechendsten Projekte aus der Beratung prämiert Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Das ist ein Wettbewerb, der auf der einen Seite guten Willen und auf der anderen Seite ein Stück Sachverstand auf sehr gute, auf praktische und kreative Art und Weise zusammenbringt“, sagte die Kanzlerin. Ein Expertenteam coacht ehrenamtliche Projekte zu selbstgewählten Themen wie Fundraising.

Tipps: Mit Profi-Wissen ehrenamtlich engagieren

Um selbst vom Fachwissen zu profitieren, können alle ehrenamtlich Engagierten sich online über eine Teilnahme informieren. Auf der Internetseite finden sie zudem Tipps zu den ThemenÜbrigens: Handwerker sind bei ehrenamtlichen Projekten gefragt. Über ehrenamtliche Projekte in ganz Deutschland informieren die Freiwilligenagenturen. Nicht nur Rat, sondern auch finanzielle Hilfe bekommen die Teilnehmer bei Startsocial.

Bundeskanzlerin Merkel vergab zusätzlich an sieben der Projekte aus dem Coaching eine Prämie von 5.000 Euro. Bei der Ehrung in Berlin sagte sie: „Es gibt glücklicherweise viele von Ihnen, die darauf Lust haben, die sich daran beteiligen und bei denen ich vermute, dass jede einzelne Beteiligung auch wieder den eigenen Lebenshorizont ein Stück erweitert.“

Häkeln zur Integration

Eine der dotierten Auszeichnung bekam des Projekt Ritas Häkelclub, auf Türkisch „Rita‘nin örgü kulübü“. Zur Integration greift der Verein die handwerklichen Fähigkeiten von arbeitslosen Türkinnen auf. In Berlin-Neukölln erstellen sechs türkische Frauen Häkelaccessoires für das Modelabel Rita in Palma. Die Designerinnen Ann-Kathrin Carstensen und Nuria Schmidt gründeten einen Verein, um weiteren Frauen über die Handarbeit einen Zugang zur Integration zu bieten. Der Verein bietet neben Häkelkursen auch Deutsch- und Türkischkurse an.

Die Unternehmerinnen stießen bei der Gründung des Vereins aus ihrem unternehmerischen Engagement heraus auf Probleme.

Wie ein gemeinnütziger Verein gegründet wird Denn aus einer guten Idee im unternehmerischen Alltag, wird nur mit Fachwissen auch ein gemeinnütziger Verein. Ritas Häkelclub half die Initiative Startsocial mit einer Analyse der Unternehmenssituation. Gemeinsam mit den Beratern arbeiteten die beiden Designerinnen eine strategische Unternehmens- und Finanzplanung aus. Wichtigstes Ergebnis des Coachings war die Herauslösung des gemeinnützigen Vereins aus dem Unternehmen. Auf dem Weg dahin war eine klare Aufgabenteilung ein wichtiger Schritt: Dadurch liefen die Arbeitsprozesse einfacher. Auch ein Handwerksbetrieb aus Baden-Württemberg bekam Hilfe bei der Gründung eines gemeinnützigen Vereins.