Nach den jüngsten Ermittlungen des Hauptzollamts Köln zu Lohndumping und Meldeverstößen steht das Friseurhandwerk in der Diskussion. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks begrüßt die Aktion der Behörden. Von Matthias Heiler
Bei Kontrollen in 150 Friseurbetrieben im Raum Köln hat das Hauptzollamt Köln Fälle von Lohndumping und den Missbrauch von Sozialleistungen festgestellt. Drei der 450 befragten Personen gaben an, für einen Stundenlohn zwischen 1,50 und 5 Euro zu arbeiten. Wie ein Sprecher der Behörde der Deutschen Handwerks Zeitung auf Anfrage sagte, werde in diesen Fällen aktuell noch ermittelt. Bestätigt sich der Verdacht, müssen die betroffenen Betriebe mit einem Strafverfahren rechnen. In acht Fällen waren die Beschäftigten nicht zur Sozialversicherung gemeldet. Mehrere Personen stehen zudem unter dem Verdacht, zu Unrecht Sozialleistungen bezogen zu haben.
Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) bewertet den Kampf gegen Schwarzarbeit und Lohndumping positiv. "Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit leistet wichtige Arbeit", sagte Justitiar Joachim Weckel der Deutschen Handwerks Zeitung . "Schwarze Schafe", die den Ruf des Friseurhandwerks beschädigten, sollten auch zur Rechenschaft gezogen werden. Schließlich würden den ehrlichen Betrieben der Branche durch Schwarzarbeit nach Schätzung des ZV jährlich zirka zwei Milliarden Euro verloren gehen.
Lohndumping konzentriere sich auf Betriebe, die Kunden mit extremen Billigpreisen locken wollen. Wer einen Haarschnitt für 8 Euro anbiete, erwecke einen unseriösen Eindruck und könne gar keinen vernünftigen Lohn zahlen. "Auch die Kunden sollten sich Gedanken machen, welche Zustände sie mit dem Gang zum Billigfriseur unterstützen", gibt Weckel zu bedenken.
Zudem existiere im Friseurhandwerk ein Tariflohn, den der Zentralverband als angemessen betrachte. In Verbindung mit Trinkgeldern und einer Leistungsentlohnung nach Umsatz könnten Angestellte in seriösen Betrieben ein ordentliches Gehalt verdienen. "Gegen extreme Dumpinglöhne zwischen 1,50 und 5 Euro müssen sich die Arbeitnehmer wehren", sagte Joachim Weckel.
Meinung
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