Jeder dritte Betrieb in Deutschland hat Schwierigkeiten Fachkräfte und Auszubildende zu finden. Besonders betroffen sind Betriebe im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe sowie bei unternehmensnahen Dienstleistungen.

Jeder dritte Betrieb bundesweit hat 2010 entweder keine oder nicht genügend Bewerber gefunden, um offene Arbeitsstellen zu besetzen. Besonders häufig betroffen sind dabei Betriebe im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe sowie bei unternehmensnahen Dienstleistungen. Hier fehlen vor allem betrieblich qualifizierte Fachkräfte. Das hat eine repräsentative Betriebsbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ergeben.
Auch die Schwierigkeiten, alternativ zur Einstellung externer Fachkräfte, Jugendliche für die eigene Ausbildung zu gewinnen, sind laut der Befragung immens. Hier berichtet ebenfalls jedes dritte Unternehmen über eine fehlende Nachfrage nach seinen Ausbildungsangeboten. Vor allem Betriebe mit personenbezogenen und anderen Dienstleistungen klagen über fehlenden Fachkräftenachwuchs.
Welchen hohen Nutzen Betriebe mit der Ausbildung eigener Fachkräfte verbinden, würden die Angaben der befragten Betriebe zur Produktivität ihrer Auszubildenden zeigen. Schon im ersten Ausbildungsjahr können sie im Durchschnitt zu 50 Prozent ihrer Zeit produktiv eingesetzt werden.
Suche nach Auszubildenden wird sich verschärfen
Ausbildung geht somit über die Rekrutierungsfunktion hinaus und diene den Betrieben als Instrument zur Fachkräftesicherung. Problematisch sei jedoch, dass eine Mehrheit der befragten Betriebe davon ausgehe, dass sich die Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsstellenmarkt bei der Suche nach geeigneten Jugendlichen in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung weiter verschärfen werden. Etwa 12 Prozent der Betriebe beabsichtigen auch deshalb, die Zahl ihrer derzeitigen Ausbildungsplatzangebote zu reduzieren oder die betriebliche Ausbildung einzustellen.
Im Rahmen des so genannten "BIBB-Qualifizierungspanels" wurden im vergangenen Jahr mehr als 2.000 Betriebsinhaber, Personalverantwortliche und Geschäftsführer zur Aus- und Weiterbildung im eigenen Unternehmen befragt. dhz