Benzin ist anscheinend noch zu billig - Branche - deutsche handwerks zeitung

Branche - 14.06.2012

Verbraucherstudie

Benzin ist anscheinend noch zu billig

Die Schmerzgrenze der Verbraucher angesichts immer noch steigender Spritpreise ist laut einer Studie des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) offenbar noch nicht erreicht. Etwa jeder zweite der vom Forschungsinstitut Forsa befragten Autofahrer würde auch deutlich mehr an der Tankstelle zahlen, wie ZDK-Präsident Robert Rademacher in Rostock-Warnemünde sagte.

Michael Gottschalk/dapd
Laut der Umfrage von Forsa würden die Deutschen noch mehr für Benzin zahlen.

Jeder zweite Befragte habe aber angegeben, generell weniger mit dem Auto unterwegs zu sein als früher. Knapp jeder Zweite würde mehr als 1,70 Euro pro Liter zahlen. Bei zehn Prozent der Autofahrer liege die Schmerzgrenze zwischen 1,70 und 1,80 Euro pro Liter Kraftstoff, bei weiteren 24 Prozent zwischen 1,80 und zwei Euro. Für 11 Prozent der Autofahrer sind auch zwei Euro und mehr akzeptabel.

Car-Sharing komme hingegen nur für einen verschwindend geringen Teil der Autofahrer in Frage, für nur drei Prozent sei das "auf jeden Fall" eine Überlegung wert, um Kosten zu sparen.

Dagegen werde beim Autokauf mehr als zuvor auf den Kraftstoffverbrauch geachtet. Dieses Kriterium ist laut Studie viel wichtiger als der Schadstoffausstoß.

Laut Forsa planen zehn Prozent der Befragten, sich in diesem Jahr ein Auto für den persönlichen Gebrauch zu kaufen, davon vier Prozent ein Neufahrzeug und sechs Prozent einen Gebrauchtwagen.

Von diesen potenziellen Autokäufern ziehe jeder Zehnte ein Auto mit alternativem Antrieb  in Betracht, wobei am ehesten ein gasbetriebenes Fahrzeug in Frage komme, knapp vor Elektro- und Hybridantrieb.

Trübe Aussichten für das Autojahr 2012

Auch auf die derzeitige Situation des Kfz-Gewerbes ging Rademacher ein. Die Zulassungszahlen deuten laut Rademacher auf einen abschwächenden Markt.  Der Neuwagenmarkt werde gegenüber dem Vorjahr mengenmäßig zurückgehen, falls er nicht durch noch mehr Kurzzulassungen "geschönt" werden sollte.

Rademacher weiter: "Die Margen stehen in allen Bereichen unter Druck. Wir befinden uns also – nachdem wir im vergangenen Jahr kurz Luft holen konnten – schon wieder mitten in einem überdrehten Wettbewerb um weniger, aber zugleich anspruchsvoller werdende Kunden."

Dabei spiele auch das Internet eine zunehmend wichtigere Rolle. Ausschlaggebender Grund für den Kauf im Internet sei der Preisvorteil. Ärgerlich für den ZDK-Präsident: "Ärgerlich für den stationären Handel ist, dass sich Viele Internet-Käufer lassen sich zuvor beim örtlichen Händler ausgiebig beraten und machen Probefahrten. Das ist eine höchst unbefriedigende Situation."

So sei es eine Herausforderung des  Verbandes, die Hersteller und Importeure dafür zu gewinnen, den Handel jeweils "leistungsgerecht" zu entlohnen.

Ein Verkauf "stationär" mit umfangreicher Fachberatung – Probe sitzen, Probe fahren, Finanzierung etc. – in einem nach den Vorgaben des Herstellers gebauten und eingerichteten Autohaus stelle deutlich mehr Leistung dar, als Neuwagen mit Maximalnachlässen über das Internet loszuschlagen. Bei "leistungsgerechter Entlohnung" stünde einem Händler im einem Falle also eine höhere und im anderen Falle eine niedrigere Marge zu.   dapd/dhz

 

 

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Schlagwörter: Benzin | Studie
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