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Studie "Azubi im H@ndwerk 2.0" Azubis bleiben ihrem Beruf treu

Was junge Leute wirklich wollen: Eine neue Studie beschreibt Anforderungen für Betriebe in der Zukunft.

Auszubildende im Handwerk stehen laut einer neuen Studie fest zu ihrem Beruf. Mehr als drei Viertel der Azubis, die einmal den Weg ins Handwerk gefunden haben, möchten nach der Lehre auch in ihrem erlernten Beruf bleiben. Das besagt die neue, umfassende Studie "Azubi im H@ndwerk 2.0", für die bundesweit 451 Auszubildende interviewt wurden. Die Umfrage ist im Rahmen der "Manufactum"-Studie des Würth-Konzerns entstanden.

Was die Azubi-Generation erwartet

Seit Jahren werden hohe Abbrecherquoten im Handwerk beklagt. Doch die Studie – sie ist die größte wissenschaftliche ihrer Art – zeigt: Nur jeder zwanzigste Azubi plant, nach der Lehre eine schulische oder universitäre Ausbildung in einem ganz anderen Beruf machen zu wollen. Ein Lichtblick. Die schlechte Nachricht indes lautet: Zu wenige junge Leute wollen überhaupt noch ins Handwerk einsteigen. Sie gehen schon vorher an die Universitäten verloren.

Zigtausende Betriebe sind deshalb jedes Jahr auf der Suche nach Auszubildenden. Um aber junge Leute für sich zu gewinnen, ist es wichtig, zu wissen, welche Erwartungen denn die Azubi-Generation an die Handwerksunternehmer hat. Diese Fragen zu beantworten, ist das Ziel der "Manufactum"-Studie.

"Weiche" Faktoren wichtig

Und die Ergebnisse der Studie sind durchaus überraschend. Denn ganz vorne in der Liste der wichtigsten Kriterien für Azubis stehen nicht etwa Geld und Karriere, sondern vielmehr "weiche" Faktoren. "Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen" und die "Wertschätzung der geleisteten Arbeit" rangieren auf den ersten beiden Plätzen. Kaum eine Rolle spielen für die jungen Leute dagegen die Größe und das Image des Unter­nehmens.

Erfolgreiche Betriebe reagieren bereits auf die Erwartungen der Auszubildenden, wie der zweite Teil der Würth-Studie zeigt. Denn in führenden Betrieben wird Wert auf ein gutes Zusammen­gehörigkeitsgefühl gelegt. "Ein gutes Betriebsklima, eine hohe Identifikation mit der Firma und voller Einsatz – das ist untrennbar mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden", schreiben die Studienmacher.

Auch das Thema Mitarbeiterzufriedenheit ist längst kein Alleinstellungsmerkmal der besten Betriebe mehr, sondern gehört schon zum Standardprogramm von Handwerksbetrieben.

Die Liebe zum Beruf

Deutschlands Auszubildende im Handwerk sind aber nicht nur treu, sie fühlen sich auch in ihrem Beruf sehr wohl. Auf die Frage "Ich mag meinen Beruf sehr" antworten
52 Prozent mit "trifft voll zu" und 40 Prozent mit "trifft eher zu". Acht Prozent mögen ihren Beruf demnach nicht.

Auch die Aussagen "Die Arbeit macht mir Freude" und "Nach meiner Ausbildung steht mir vieles offen" finden die Azubis sehr zutreffend. Viele von ihnen wollen nach der Ausbildung gut verdienen und ihren Meister machen. Aufstiegschancen finden insgesamt mehr als neun von zehn Azubis (93 Prozent) "sehr wichtig" oder "eher wichtig".

Allerdings kommt den jungen Menschen manches im Arbeitsleben zu kurz: Dass man im Beruf gesund und fit bleiben sollte und dass der Beruf genug Zeit lässt, um das
Leben zu genießen. Beides sind Schwachstellen, auf die "Manufactum" hinweist.

Auch merken die Auszubildenden an, dass ihr Beruf nicht gerade als "superhip" angesehen wird: Nur 26 Prozent der Befragten meinen, ihr Beruf sei modern und liege im Trend.

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