Ausbildungsplätze sind da, aber die Bewerber fehlen - Personal - deutsche handwerks zeitung

Personal - 01.02.2012

Ausbildungspakt

Ausbildungsplätze sind da, aber die Bewerber fehlen

Ein Jahr nachdem der Ausbildungspakt zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft geschlossen wurde, ziehen die Paktpartner eine positive Bilanz. Sie haben viele neue Projekte auf den Weg gebracht und Engagement bei Schulen und Betrieben geweckt. So stehen den Bewerbern aktuell viele neue Ausbildungsplätze zur Verfügung. Doch die Zahl der Bewerber nimmt insgesamt ab.

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Ausbildungspakt hat Erfolg: Viele Betriebe würden gerne mehr Lehrlinge einstellen, doch in vielen Handwerksberufen mangelt es an Nachwuchs.

Das Fazit der Paktpartner – darunter auch der Zentralverband des deutschen Handwerks – ist eindeutig: Die Ausbildungschancen für junge Menschen haben sich im Jahr 2011 weiter verbessert. Doch für die Betriebe verschärft sich die Lage zusehends, denn es wird viele immer schwieriger alle Lehrstellen besetzen zu können. Natürlich ist dies abhängig von Branche, Standort und den für den Beruf benötigten Qualifikationen – trotzdem blieben nach dem Start des aktuellen Ausbildungsjahrs mehr freie Stellen übrig als Bewerber vorhanden wären.

Große Bereitschaft auszubilden

Nach der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Zahl der zum 30. September 2011 unversorgten Bewerber verringert. 11.400 Bewerber haben keinen Ausbildungsplatz bekommen. Im Gegenzug sind in Deutschland jedoch insgesamt 29.700 Ausbildungsplätze übrig geblieben, die nicht besetzt werden konnten.

Wie die Paktpartner melden, konnten im vergangenen Jahr 71.300 neue Ausbildungsplätze und 43.600 neue Ausbildungsbetriebe von den Kammern und Verbänden eingeworben werden. Es gibt also eine große Bereitschaft auszubilden, doch neben dem Mangel an Bewerbern passen Unternehmen und Bewerber auch nicht immer zusammen. Hier eine bessere Quote zu erreichen, ist eines der Ziele, die der Ausbildungspakt vorgibt.

Der "Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs", wie er offiziell heißt, wurde erstmals im Jahr 2004 zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft geschlossen und sowohl 2007 als auch 2010 für weitere Jahre verlängert. Der aktuelle Pakt gilt noch bis ins Jahr 2014 hinein.

Viele Projekte zur gezielten Berufsorientierung

Nach dem ersten Jahr des neuen Pakts zeigt sich nun, welche konkreten Projekte nun auf den Weg gebracht wurden. Im Vordergrund steht dabei eine bessere Aufklärung über die Berufe an sich und die Schritte hin zu einer Berufsausbildung. Dazu wurden an 2.000 Schulen Berufseinstiegsbegleiter für rund 38.000 Schüler eingesetzt. Ab April steht dafür für weitere Schulen eine Fördermöglichkeit bereit. Zusätzlich hat die Bundesregierung bislang weitere 120.000 Schüler ab der 8. Klasse in Berufsorientierungsmaßnahmen gefördert. Die Bundesagentur für Arbeit hat dafür im Jahr 2011 rund 61 Millionen Euro eingesetzt.

Damit die Schulen auch gezielt im Unterricht auf die späteren Berufschancen vorbereiten können, wurde eine gemeinsame Förderstrategie der Länder für leistungsschwächere Schüler umgesetzt. Hier geht es um eine praxisnähere Gestaltung des Unterrichts, die möglichst individuell an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden soll.

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