Die Ausbildungszahlen des Handwerks für den Monat August sind da und liegen über den vergangenen drei Jahren. Trotzdem sind noch 15.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Von den Jugendlichen ist vor allem regionale Flexibilität gefragt.
Die neuen Ausbildungszahlen zeigen, das Handwerk ist attraktiv für Jugendliche und Schulabgänger. Bis Ende August haben sich schon 118.000 Jugendliche für eine berufliche Zukunft im Handwerk entschieden. Damit ist die Zahl der Auszubildenden im Handwerk im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.700 gestiegen.
Mehr Auszubildende als im Vorjahr
"Die Zahl der bereits jetzt abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist beeindruckend und liegt über dem Niveau der letzten drei Jahre. Die Bemühungen unserer Handwerksbetriebe, sich rechtzeitig ihren Nachwuchs für die Ausbildung zu sichern, machen sich bezahlt", freut sich Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.
Das Handwerk kann sich im Vergleich zum Vorjahr über eine bundesweite Steigerungsrate von 1,4 Prozent bei den Neuabschlüssen freuen. In den alten Bundesländern ist sogar ein Anstieg von 1,8 Prozent bei den Ausbildungsverträgen zu verzeichnen. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf einen Zuwachs an betrieblichen Ausbildungsstellen, stabile Bewerberzahlen und den doppelten Abiturjahrgang.
Regionale Unterschiede bei Ausbildungsplätzen
In den neuen Bundesländern ist dagegen ein leichter Rückgang bei der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zu verzeichnen (-1,4 Prozent). Dennoch wurden in der Mehrzahl der neuen Bundesländer mehr Verträge abgeschlossen als im Vorjahr. Denn die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Verhältnis zur Zahl der Schulabgänger weniger stark gesunken. Um diese positive Entwicklung zu stützen, gibt es in grenznahen Gebieten sogar Bestrebungen, vorhandene Ausbildungsplätze mit Jugendlichen aus Polen, Ungarn und Tschechien zu besetzen.
Immer noch 15.000 Stellen unbesetzt
Zwar sind schon mehr als zwei Drittel aller Ausbildungsstellen im Handwerk vergeben. Dennoch empfiehlt Otto Kentzler allen Jugendlichen, sich umfassend über die Möglichkeiten im Handwerk zu informieren: "Es bieten sich noch alle Chancen: Unsere Betriebe haben noch etwa 15.000 Plätze zu vergeben und die Palette der angebotenen Berufe ist breit."
Flexibilität ist gefordert
Allerdings sei von den Jugendlichen bei der Wahl des Lernortes Flexibilität gefordert. "Jugendliche sollten sich darüber im Klaren sein, dass sich die Möglichkeiten natürlich nach dem jeweils vorhandenen Angebot in einer Region richten – das gilt insbesondere für den ländlichen Raum", so Kentzler. "Wir laden alle Schulabgänger dazu ein, jetzt aktiv zu werden."
Mehr Informationen zu den einzelnen Berufsbildern bieten die Handwerkskammern oder die Website des Handwerks unter www.handwerk.de
