Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth hat den europäischen Ländern mangelnde Unterstützung für Tunesien und eine "zynische Verweigerungshaltung" angesichts der Flüchtlingswelle aus Libyen vorgeworfen. Man dürfe Tunesien jetzt nicht alleine lassen, sagte Roth, die sich derzeit in Tunesien aufhält, am Freitag im Deutschlandradio Kultur.
"Zynische Verweigerungshaltung"
Berlin (dapd). Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth hat den europäischen Ländern mangelnde Unterstützung für Tunesien und eine "zynische Verweigerungshaltung" angesichts der Flüchtlingswelle aus Libyen vorgeworfen. Man dürfe Tunesien jetzt nicht alleine lassen, sagte Roth, die sich derzeit in Tunesien aufhält, am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Dieses Land habe schon über 200.000 Menschen aufgenommen, bevor überhaupt UNHCR, internationale Organisationen oder das Rote Kreuz vor Ort gewesen seien.
Es sei empörend, dass europäische Länder wie Italien oder Frankreich Tunesien nun zwingen wollten, Flüchtlinge, die von dort nach Europa gekommen seien, "wieder zurück zu nehmen", sagte Roth. Sie betonte, Europa müsse Tunesien finanziell dabei unterstützen, den großen Flüchtlingsstrom zu bewältigen.
Die Grünen-Politikerin sagte weiter, derzeit hätten die Tunesier Angst, nach der erfolgreichen Revolution schnell wieder vergessen zu werden. Die zivilen Kräfte müssten deshalb nachdrücklich gestärkt werden. Auch die deutschen Partnerstädte tunesischer Städte seien in der Pflicht zu helfen: "Jetzt braucht es kein Wegschauen, sondern eine Unterstützung dieser friedlichen Revolution."
dapd
