Zwei linke Hände: Respektsperson mit zu viel Respekt
Dass Hans Meyer ein Trainer der alten Schule ist, weiß man in der Bundesliga. Am Samstag im Spiel seiner Gladbacher Borussen beim VfB Stuttgart zeigte der 66-Jährige nun, dass sein Erfahrungsschatz sogar fast 100 Jahre Fußball-Geschichte umfasst. Angesichts der destruktiven Mauertaktik von Meyers Elf sagte VfB-Stürmer Mario Gomez nämlich, die Spielweise der Gladbacher stamme "aus dem Jahr 1912 – ein Libero, davor eine Fünferkette und zwei Sechser – das habe ich noch nie erlebt“.
Offenbar hatte Borussen-Coach Meyer von der desaströsen Leistung des VfB während der Woche im Pokal gegen die Bayern nichts mitbekommen. Anders lässt sich diese mutlose Aufstellung gegen einen völlig verunsicherten Gegner nicht erklären. Der Fußball-Lehrer geht mit strammen Schritten auf die Siebzig zu, die Taktik hat laut Gomez bereits 97 Jahre auf dem Buckel – kein Wunder, dass Top-Talent Marko Marin einfach zu jung für Meyer ist.
Der 19-Jährige kam denn auch erst ins Spiel, als die Stuttgarter den Fohlen-Riegel in der 67. Minute endlich geknackt hatten. Nun musste Meyer, den sie in seiner früheren beruflichen Heimat Holland "General“ genannt hatten, zum Angriff blasen. Letztlich erfolglos, die Stuttgarter legten durch Gomez das zweite Tor nach und wunderten sich hinterher vermutlich auch, warum ihnen die stark abstiegsgefährdeten Gladbacher so viel Respekt entgegen gebracht hatten. Da hat Respektsperson Hans Meyer wohl etwas durcheinander gebracht.
stga