Bundesliga-Kolumne Zwei linke Hände: Ratlosigkeit in der Kräuterküche

Zwei linke Hände: Ratlosigkeit in der Kräuterküche

Zuerst der Höhenflug, dann der Größenwahn und schließlich der totale Absturz: Hoffenheim ist von ziemlich weit unten gestartet – und nun nach dem peinlichen 0:3 vom Samstag gegen den VfL Bochum fast wieder da gelandet. Seit der Last-Minute-Niederlage gegen die Bayern kurz vor Weihnachten bekommt der zunächst so furiose Aufsteiger kein Bein mehr auf den Boden: Alles begann mit den Anfeindungen aus München, als Uli Hoeneß TSG-Coach Rangnick Besserwisserei unterstellte und Franz Beckenbauer gleich noch nachlegte, er erkenne in Hoffenheim erste Anzeichen von Größenwahn. Es folgten eine rätselhafte Verletzungsmisere vor allem im Angriff, dazu die merkwürdige Doping-Affäre um verspätet abgegebene Urinproben nach dem Gladbach-Spiel. Und plötzlich schien es so, als habe irgendeiner in der Hoffenheimer Kräuterküche das Rezept für den rätselhaften Zaubertrank verschmissen. Aus dem unbeugsamen Dorf und Herbstmeister wurde in den letzten Wochen ein harmloser Punktelieferant.

Nur eines tun sie immer noch wie Asterix und seine Mitstreiter: Sie kloppen sich gerne, sei es mit bloßen Fäusten wie Carlos Eduardo, der den Bochumer Bönig mit gezieltem Hieb niedersteckte und schlimm entstellte. Oder auch mit gestrecktem Bein, wie es Keeper Daniel Haas gegen den dreifachen VfL-Torschützen Sestak demonstrierte. Da es sich bei den gefällten Bochumern nicht um römische Legionäre handelte, gab es als Belohnung keinen Wildschweinbraten, sondern Rote Karten von Schiri Rafati. Schwere Zeiten für die Gallier aus dem Kraichgau.

stga