Der Friedrichshafener Autozulieferer ZF darf auf einen Rekordumsatz von 15,5 Milliarden Euro im ablaufenden Jahr hoffen. Die Zahl der Beschäftigten steigt auf mehr als 72.000 weltweit. 2012 sol diese Bestmarke gleich wieder getoppt werden. Von Konjunktuängsten keine Spur.

Der Friedrichshafener Automobilzulieferer ZF erwartet für dieses Jahr einen Rekordumsatz von 15,5 Milliarden Euro. Dies ist ein Plus von 20 Prozent gegenüber 2010. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit sei um rund 7.500 auf über 72.000 gestiegen. "Nach 38 Prozent Umsatzwachstum im Jahr 2010 erzielen wir in diesem Jahr mit 20 Prozent Zuwachs im Gesamtkonzern erneut Wachstumsraten weit oberhalb des Branchendurchschnitts", sagte der ZF-Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Härter. Und 2012 soll abermals eine Bestmarke erreicht werden.
In Nordamerika verzeichnet ZF den Angaben zufolge für dieses Jahr ein Umsatzplus von weit über 40 Prozent und in Osteuropa von mehr als 30 Prozent. In Europa lägen die Zuwächse bei knapp 20 Prozent und in Südamerika bei gut 15 Prozent. Die Region Asien-Pazifik entwickle sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren mit fast zehn Prozent etwas verhaltener. ZF will sich strategisch unabhängiger von Westeuropa machen.
ZF profitiert von Nachfrage nach Premiumautos
Das Unternehmen profitiert unter anderem von der anhaltend hohen Nachfrage nach Autos besonders aus dem Premiumsegment. Dagegen sei das Segment kleinerer Wagen zuletzt etwas unter Druck geraten. Gut laufen vor allem die Automatikgetriebe; allein der Großkunde Chrysler ordert im ablaufenden Jahr 800.000 Stück.
Auch die Investitionen in Sachanlagen bewegten sich 2011 auf Rekordhöhe, wie der scheidende ZF-Chef Härter mitteilte. So habe ZF mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner bestehenden und in den Aufbau neuer Werke investiert.
Und so soll es weitergehen. Für 2012 rechnet Härter mit einem Umsatzwachstum von rund einer Milliarde Euro auf dann 16,5 Milliarden Euro. ZF will gleichzeitig weitere Marktanteile hinzugewinnen. Das Unternehmen wolle im kommenden Jahr etwa 1,4 Milliarden Euro investieren, bis 2016 sollen es insgesamt fünf Milliarden Euro sein. Zudem will ZF 2012 weitere 4.500 Stellen weltweit schaffen.
ZF ist der drittgrößte Autozulieferer Deutschlands hinter Bosch und Continental. dapd/dhz