Deutschlands Unterkünfte im Vergleich Zuhause auf Zeit: Worauf es bei Monteurzimmern ankommt

Wer auf Montage unterwegs ist, muss irgendwo schlafen. Für die Unterkunft ist der Arbeitgeber verantwortlich. Monteurzimmer lassen sich bequem auf Online-Portalen wie DMZ.de buchen. Welche Mindestanforderungen Betriebe beachten müssen und wie sie bei Mitarbeitern zusätzlich punkten können.

Wohlfühlen, zur Ruhe kommen, Energie tanken: Die Unterkunft auf Montage ist mehr als nur ein Bett. Sie kann sogar ein Vorteil um Wettbewerb um Fachkräfte sein. - © Elenathewise - stock.adobe.com

Der Elektroinstallateur Torsten K. (43) aus Düsseldorf hat schon viele Monteurzimmer erlebt: "Ich arbeite als Elektroinstallateur für ein internationales Unternehmen und bin quasi jede Woche von Montag bis Freitag auf verschiedenen Baustellen unterwegs", berichtet er. Zu Hause sei er nur am Wochenende. Doch auch wenn er nur wenig Zeit in seinem Monteurzimmer verbringt, weil er viele Stunden am Tag arbeitet – gewisse Mindestanforderungen muss sein Zuhause auf Zeit schon erfüllen: "Nichts ist schlimmer, als in eine verräucherte Wohnung einziehen zu müssen, weil dort die Vormieter geraucht haben", so der Handwerker. Ein verdrecktes Bad sei ebenfalls ein No-Go – und ohne Internetanschluss habe er ein echtes Problem.

Rechtliche Pflichten des Arbeitgebers

Für viele Arbeitnehmer in Deutschland gehört die Arbeit auf Montage zum Alltag. Das bringt nicht nur berufliche, sondern auch organisatorische Herausforderungen mit sich. Eine zentrale Frage: Wo kommt der Handwerker unter, wenn er fernab der Heimat beschäftigt ist – und wer trägt dafür die Kosten?

Arbeitsrechtlich gesehen ist die Sache klar: "Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, angemessene Unterkünfte bereitzustellen, die den arbeitsrechtlichen Vorgaben entsprechen", sagt Gerd Christian Kotz, Rechtsanwalt und Partner in der Kanzlei Kotz aus Kreuztal bei Siegen. "Dies umfasst nicht nur die reinen Kosten für das Monteurzimmer, sondern auch die Sicherstellung von hygienischen Standards und einer angemessenen Erreichbarkeit des Arbeitsortes." Ein Verstoß gegen diese Pflichten könne nicht nur rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, sondern auch das Arbeitsverhältnis belasten. Die rechtliche Verpflichtung ergibt sich dabei aus der Arbeitsstättenverordnung. Dort heißt es: "Der Arbeitgeber hat angemessene Unterkünfte für Beschäftigte zur Verfügung zu stellen, gegebenenfalls auch außerhalb der Arbeitsstätte, wenn es aus Gründen der Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit erforderlich ist." Solche Unterkünfte können insbesondere bei abgelegenen Arbeitsstätten, aufgrund der spezifischen Tätigkeiten oder der Zahl der Beschäftigten erforderlich sein.

Was eine gute Unterkunft ausmacht

Seine Mitarbeitenden auf Montage angemessen unterzubringen, ist aber nicht nur eine juristische Verpflichtung, sondern auch ein potenzieller Vorteil im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte. Wie eine angemessene Monteurunterkunft aussehen sollte, weiß Dennis Josef Meseg, Betreiber des Monteurzimmer-Portals Deutschland-Monteurzimmer.de – kurz: DMZ.de: "Ein gutes Monteurzimmer zeichnet sich dadurch aus, dass es möglichst nah an der Baustelle oder dem Einsatzort liegt und einen angemessenen Preis hat." Genauso wichtig sei die Grundausstattung der Unterkunft: "Monteure brauchen eine Küche oder eine Gemeinschaftsküche, um sich selbst kostengünstig verpflegen zu können", so Meseg. "Sehr wichtig ist auch ein Badezimmer oder ein Gemeinschaftsbadezimmer mit ausreichend Waschbecken, Toiletten und Duschen." Wichtig seien zudem ausreichend Parkplätze, getrennte Betten, schnelles WLAN sowie eine Waschmaschine mit Trockenmöglichkeit für Kleidung oder auch ein Wäschetrockner.

Regionale Unterschiede bei Angebot und Nachfrage

Exklusiv für die Deutsche Handwerks Zeitung hat DMZ.de Buchungsdaten zu Monteurzimmern in Deutschland ausgewertet. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede im Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den verschiedenen Regionen. Ausgewertet wurden in einer Detailanalyse sowohl alle Städte (ohne Stadtteile) als auch die 200 größten Städte im Umkreis von 100 Kilometern. Das Land Brandenburg sticht dabei besonders hervor: Städte wie Frankfurt (Oder) oder Cottbus weisen ein sehr hohes Verhältnis von Anfragen zu Einträgen auf. Auch Schleswig-Holstein zeigt konstant hohe Nachfragewerte bei vergleichsweise geringer Angebotsdichte. In Bayern ist die Nachfrage ebenfalls hoch, hier ist jedoch auch das Angebot am umfangreichsten – vor allem in den Ballungsgebieten. In der Analyse wurden 17 Städte berücksichtigt. "Besonders in Regionen mit starker Industrie oder Bauaktivität, aber geringem Unterkunftsangebot – wie Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Teilen Bayerns – zeigt sich eine spürbare Versorgungslücke", sagt DMZ.de-Betreiber Meseg. "Hier besteht für Vermieter oder Investoren ein hohes Potenzial, gezielt Unterkünfte für Monteure bereitzustellen."

Nordrhein-Westfalen gehört der Auswertung zufolge im Bundesvergleich zur Spitzengruppe, wenn es um die absolute Zahl an Suchanfragen nach Monteurunterkünften geht. Hier ist das Angebot in vielen Großstädten gut ausgebaut. So gibt es in Städten wie Köln, Düsseldorf oder Essen eine hohe Anzahl an Einträgen und Anfragen – die Marktabdeckung ist hier somit insgesamt gut ausbalanciert. Sachsen und generell der Osten Deutschlands fallen in der Analyse hingegen durch ein schwaches Verhältnis auf. Zwar gibt es dort auch weniger Einträge, doch auch die Nachfrage bleibt – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – verhalten.

Große Preisspanne bei Monteurzimmern

Preislich ist das Spektrum recht breit: Die günstigsten Unterkünfte liegen deutschlandweit bei knapp unter 20 Euro pro Nacht und Person – flächendeckend. Es zeigen sich ein paar Ausreißer nach oben – etwa in den nordbayerischen Städten Bamberg, Erlangen, Nürnberg, Schweinfurt und Fürth mit durchschnittlich 50 bis 60 Euro pro Nacht. Je nach Verfügbarkeit sind laut der Statistik von DMZ.de aber auch hier günstige Monteurzimmer zu finden. Die im Schnitt günstigsten Unterkünfte gibt es der Analyse zufolge im nordrhein-westfälischen Kleve: für 17 Euro können Handwerker hier nächtigen.

Mehr als nur ein Kostenfaktor für Betriebe

"Die richtige Monteurunterkunft hat einen entscheidenden Einfluss auf die Projektplanung, die Zufriedenheit des Teams und die Kosten", erklärt Meseg. Die Unterbringung der Mitarbeitenden sei ein wesentlicher Faktor bei der Angebotskalkulation von Auftragnehmern und Auftraggebern – schließlich können die Kosten für die Monteurunterkunft eines Teams aus fünf bis sechs Personen schnell mehrere tausend Euro im Monat betragen. "Unternehmen, die bei der Auswahl nur auf den Preis achten, machen jedoch einen entscheidenden Fehler in ihrer Kalkulation", warnt Meseg. "Oft sind die günstigsten Monteurzimmer weiter von der Baustelle entfernt und die Gemeinschaftsräume, Küchen und Bäder müssen mit einer viel zu hohen Anzahl an Gästen geteilt werden." Seine Mitarbeitenden auf Montage angemessen unterzubringen, ist eben nicht nur eine juristische Verpflichtung, sondern kann auch ein Faktor bei der Personalgewinnung sein.

Eine gesunde Mischkalkulation aus Preis, Entfernung zur Baustelle und Komfort sei wichtig, um ein gutes Projekt für den Auftraggeber abschließen zu können. "Hier ist die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ein besonders wichtiger Faktor", betont Meseg. "Zufriedene und ausgeschlafene Mitarbeitende leisten natürlich eine bessere Arbeit, als wenn sie durch die Umstände der nicht passenden Monteurunterkunft schon morgens frustriert sind, weil sie abends nicht zur Ruhe gekommen sind."

DHZ-Online-Umfrage: Gibt es ausreichend gute Unterkünfte?

"Völlig verleimtes Bad und direkt neben der Autobahn" – so sollte eine Monteurunterkunft nicht aussehen. Ein DHZ-Leser musste jedoch diese Erfahrung machen, wie er auf Instagram schreibt. Auf die Frage, ob es ausreichend gute Unterkünfte für Monteure gibt, waren die Meinungen unter den Followern der DHZ auf Instagram gespalten: 28 Prozent antworteten mit Ja, 22 Prozent mit Nein. Für die restlichen 50 Prozent ist dies von der Region abhängig. czy